Eingang Verweise Gaestebuch Der Hase unter dem Gurkenblatt Die Geschichte von der Nuss Galerie



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31.05.2002

Ist es nicht großartig? Bei hotmail befindet sich Post, mit der Aufforderung..."enlarge your pxxxx up to 3 inches...". Bin mal gespannt, wie das bei mir funktionieren soll. Was ist übrigens an 3 inches erstrebenswert??

Der Nitrofen-Skandal. Jetzt habe ich doch auch einmal eine Frage: lebe ich gesünder und billiger, wenn ich Batterie-Eier esse, oder waren die schon lange vor den Bioeiern vergiftet, es guckt bloß keiner so richtig hin, nach dem Motto, wer Hühner quält soll sich ruhig vergiften?
Und habe ich das richtig verstanden, das Zeusch ist seit 1980 verboten? Ja, warum regt sich denn keiner auf, dass wir das früher schon essen durften? Und was essen wir eigentlich jetzt noch mit, was dann in zehn oder zwanzig Jahren verboten sein wird? Zum Thema: das Verkaufsgespräch im Bioladen: von e-script.de, reingucken in dieses Log lohnt sich!

Ich bin ja nur froh, dass wir hier in D. wichtige Themen ernst nehmen. Was könnte im Lande Goethes Schillerglocke bedeutender sein als die Kultur? Die verbrecherische Vergangenheit und Gegenwart im Lande der Dichter und Denker. Der Vorwurf von antisemitischer Politik und antisemitischer Literatur lässt uns erzittern. Und der Berg kreiste und erschlug die Maus.

Die Printmedien haben es schwer zur Zeit. Nicht nur sinken die Auflagen, nein, es gibt einen neuen Tarifvertrag.
Auf die Bemerkung von Arbeitgeberseite, nun müsse man Personal reduzieren, kam der Kommentar der Gewerkschaftsseite, der Tarifabschluss spiele hierbei keine Rolle, die Branche stehe sowieso unter Druck. (?) Deutschland, deine Denker sind nicht mehr dicht.

Wen Ling lässt mich heute wieder mit Fragen zurück: foto aus peking Wieso sind die Fenster vergittert, wieso steht da f.... mitten in Peking? Warum steht das Fahrrad dort an der Wand und ruht sich aus? Neue Bilder aus Peking täglich bei Wen Ling.

Kann man eigentlich an Langeweile sterben, oder fühlt es sich nur so ähnlich an?



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29.05.2002

wanne Nach dem Urlaub war ich im Dschungelgarten.
schnake Es gibt dort eine Menge wilder Raubtiere.
wein Aber auch eine gute Weinernte kündet sich an.
salbei Die Bienen tummeln sich am Salbei.
mauseloch Meine alten Feinde fühlen sich sicher.
holunder Holunderblütenduft zieht durch die Luft.
brennesselMein Lieblingsgemüse blüht.


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28.05.2002

Eis selbst gemacht:

Rhabarbereis

man nehme 1/4 Liter Rhabarberkompott (Rhabarber waschen, putzen, in Stücke schneiden und überzuckern, danach mit etwas Zucker weichkochen), püriere das erkaltete Kompott mit 100g Zucker, 1/4 Liter geschlagene Sahne, verrühre das Ganze und wenn man keine Eismaschine hat, friere es in einem Plastikbehälter ein. Lecker.

Fruchteis

1/4 Liter Fruchtmark oder 500 gramm weiche Früchte (Beeren, Aprikosen, Pfirsiche) pürieren, mit 100-150 g Zucker schaumig rühren, mit 1/4 Liter geschlagener Sahne verrühren und gefrieren lassen.

Garantiert ohne Farb- und Aromastoffe. Wird ohne Eismaschine ein bißchen hart, ist aber ein ganz neues Geschmackserlebnis. So kann Fruchteis aus echten Früchten schmecken.

Für Allergiker und Leute, die auf Zucker verzichten wollen: nehmt stattdessen einen pürierten süßen Apfel und eine pürierte reife Banane.(Mehrfruchteis!)



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26.05.2002

Wieder zu Hause angekommen.

Alle besucht und freundlich begrüßt worden.

Auto ausgeräumt und 6 Maschinen Wäsche gewaschen und getrocknet. Freiwillige zum Bügeln bitte melden.

Am Freitag noch schnell den neuen Personalausweis im Bürgerbüro und den neuen Führerschein (40,10 Euro) beim Landrat abgeholt. Hausratschaden gemeldet und Steuern erklärt. Diafilme zum Entwickeln gebracht. Fotos brauchen noch ein bißchen.

Im Garten war ich auch schon gucken. Eine Machete hätte ich mitbringseln sollen.

Meine Fischungeheuer haben sich dank liebevoller Pflege wohl gefühlt.

Das ist immer ein komisches Gefühl, nach so langer Zeit (drei Wochen) heim zu kommen. Man fühlt sich ganz fremd.

Nach und nach werde ich mein Urlaubslog hier darbieten.
Und morgen beginnt wieder der Ernst des Lebens (*lol*).



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22.05.2002

"Es gibt Badische und Sympathische" sagen die Schwaben.

Seit dem frühen Morgen lärmen die Dörfler geschäftig herum, Traktorenmotoren erklingen und Bagger brausen um die Stadthalle, auf deren Parkplatz wir übernachtet haben.

Alte Weiblein füallen ihre Gießkannen an den städtischen Brunnen und glotzen verdrießlich unser Wohnmobil an. Auf Nimmerwiedersehen, du liebliches Tor zum Kaiserstuhl, der Odenwald ruft.

Bei Heidelberg knirscht unser Hinterrad wieder. Mittagspause auf einem völlig eingedreckten Rastplatz bei Ziegelhausen.

An der Werkstatt der bft-Tankstelle in der Kurfürstenanlage, gegen&uumml;ber dem Hotel Mediterranee bekommen wir unser Rad festgeschraubt.

Kleiner Kochkäse-Imbiss beim Uhren-Schorsch in Erlenbach. Außer Odenwälder Spezialitäten in einem privaten Uhrenmuseum kann man hier in Erlenbach das Heimatmuseum und den Bergtierpark besuchen.

Und: Regen bei der Heimfahrt beendet unsere Reise.

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21.05.2002

chay Nach dem Frühastück kaufe ich comte doux und comte vieux zum Mitnehmen. Ein kurzer Spaziergang durch die Wiesen, vorbei an den Montbeliard-Rindern, aus deren Milch dieser gute Käse hergestellt wird.

Die N 83 führt uns durch herrliche Flusslandschaften. Was hier noch fehlt sind Aussichtspunkte. Die Franzosen haben wohl kein Interesse, die schöne Natur an der Doubs zu vermarkten. In Spanien gäbe es am Straßenrand überall Miradores.

Wir entschließen uns in Besancon Pause zu machen, gehen spazieren und essen eine plat du jour für 8 Euro: filet mignon de porc, pois e tallatelle.

In Baume les Dames ein letzter Einkaufs- und Tankhalt im Intermarche. Danach fahren wir auf die A 36. An der Aire de Charme machen wir eine kurze Ver- und Entsorgungspause. Peage Saint Maurice 4,40 Euro, Fontaine 2,40 Euro.

Und wieder " ;daheim" ; in Deutschland. Die Autobahn erkennt man hier vor allem daran, dass sie kaputt ist und voller LKWs aus aller Herren Länder. Ein Spanier versucht uns zu ermorden, indem er mit seinem LKW einen Wechsel auf die Spur versucht, auf der wir noch sind. ? Sollen wir uns in Luft auflösen oder vollbremsen? Aber das grö&szig;te ist der Zustand der deutschen Autobahnen, so schlecht waren weder in Frankreich noch in Spanien die Nationalstraßen, mit den dortigen Autobahnen wollen wir lieber erst gar nicht vergleichen.

Abendessen und Übernachtung in Endingen. Die Altstadt mit dem Stadttor und ihren historischen Gebäuden, gepflasterten Straßen und allgegenwärtigen Brunnen ist malerisch und gepflegt. Alles strahlt eine solche spießbürgerliche Enge aus, dass einem der Atem stockt und die Brust wie abgeschnürt ist.

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20.05.2002

Nach dem Frühastück fahren wir wieder auf die N 7 Richtung Valence. Bei Valence Sud fahren wir auf die A 9, Richtung Lyon, bis Valence Nord für 80 cents. Zurück auf die N 7. Unterwegs kaufen wir die teuersten Süßkirschen der Welt am Straßenrand.

tempel Mittagspause mit Tempelbesichtigung in Vienne. Eine Ansammlung schöner Baudenkmäler, angefangen bei einem Augustin-Tempel aus dem ersten Jahrhundert nach Chr. Und einem Amphitheater, über Kirchen aus romanischer und gotischer Zeit bis hin zu modernen Gebäuden. Aber leider bröckeln besonders die schönen Sandsteingebäude unrenoviert vor sich hin.

Wir fahren die N 7 bis wir die A 46 nach Lyon finden. Wir bleiben auf der A 46, kreuzen die A 43 und folgen zurnächst der Beschilderung A 42, Bourg en Bresse, dann aber, kurz vor dieser Abfahrt muss man Richtung Paris fahren, um die gut versteckte Abfahrt auf die N 83 nach Bourg en Bresse zu finden. Es gelingt uns und wir müssen nicht durch den Moloch.

Pause in Villars s. Dombes am Vogelpark. Heute am Pfingstmontag ist hier Familientag und der große Parkplatz voll. Für den Park selbst ist es schon zu spät, aber wir wollen uns etwas die Füße vertreten und gehen zum nahegelegenen See. Dort haben wir einen Weg gesehen. Doch es ist so wie fast überall in Frankreicht: es gibt keine Spazierwege. Der Weg ist nur kurz und endet mit einem Hinweis auf das Privatgrundstück. Enttäuscht witzeln wir über die dummen Franzosen, die zu den schönsten Stellen ihrer Umgebung keine Wege haben und deshalb die Natur nachbauen müssen, zum Beispiel in Form eines Vogelparkes. Dabei hätte man ein tolles Naturerlebnis mit Wasservögeln haben können, gäbe es nur genügend Wanderwege um die Seen (Etangs de Dombes).

Wir fahren weiter, durch Bourg en Bresse hindurch und weiter auf der N 7. Vor Balando machen wir eine Rast. Es gibt Standardgericht Nr. 3: Bohnensuppe. Dann fahren wir bis Chay und übernachten dort.



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19.05.2002

marseillan Sonnig warm. * Zeter * Hurra, mein Knie hat die ganze Nacht geschmerzt und beugt sich auch jetzt nur ungern. Das rechte natürlich. Mal abwarten. Nach dem englischen Frühstück gehen wir an den Strand, der heute am Sonntag von den Familien bevölkert wird. Als wir von der Sonne genug haben, fahren wir nach Sete. Entlang der N 112 steht am Strand auf 20 km neben der Straße Wohnmobil an Wohnmobil.
sete In Sete finden wir einen Parkplatz im Hafen, gehen ein wenig flanieren, ein Eis essen und kaufen im marrokanischen Viertel Aprikosen. Hier erstehe ich auch mein obligatorisches Kitsch-für-5-Mark-Souvenier: einen Leuchtturm als Kü:hlschrankmagneten.

Nach diesem kurzen Abstecher fahren wir - mit Seitenwind - die N 112 an der Küste entlang, Richtung Frontignan. Bei Montpellier Ouest fahren wir auf die A 9. St. Jean de Vedas: 1,40 Euro peage. Nimes Est : 4,10 Euro peage. Hier wechseln wir auf die N 86 Richtung Montelimar.

Kurz vor Pont S'Espit machen wir eine Abendessen-Pause mit Tallarines, Erbsen-Tomatensoße und Bohnensalat. Bei Pont S'Esprit überqueren wir die Rhone. Rechts und links der Straße Weinberge und Weinverkauf. Wir fahren einfach daran vorbei, durch wunderschöne Platanenalleen und übernachten in Malataverne.

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18.05.2002

Nach dem Frühastück fahren wir auf der C 66 Richtung La Bisbal weiter. Es ist immer noch windig aber nur leicht bedeckt und wir haben Blick auf die schneebedeckten Pyrenäen. Durchfahrt durch La Bisbal, vorbei an den Keramikläden. Bei Corca auf die C 252 Richtung Frankreich. Hier beginnt das Grauen von neuem: Wohnmobilistengrüßen.

Die C 252 ist eine ideale Abkürzung. Sie ist gerade, hat wenig Verkehr und führt durch ländliche Orte. Der Fernblick auf die Berge ist heute klar. Hinter "Tor" eine Straußenfarm. Und der Wind bläst uns fast wieder von der Straße Ein Wiedehopf Bei Figueras fahren wir auf die N 11 Richtung Jonquera/Franca. .

Der Supermarkt ist eine Qual. Was wir für das Pfingstwochenende brauchen, gibt es hier nicht. Die Franzosen hingegen, die das Centro Comercial so kurz hinter der Grenze bevölkern sind in ihrem Kaufrausch unerträglich. Der Wind mutiert zum Sturm. Perthus.

Wir fahren die N 9 durch Perpignan, Richtung Narbonne. An der Landstraße machen wir eine Windpause. Dann fahren wir Richtung Narbonne. Bei Lapalme verlassen wir die N 3 in der Hoffnung, am Meer einen Campingplatz zu finden. Wir finden einen Naturistenplatz, der uns ohne FKK-Card wieder wegschickt.

Einige Meter weiter ist ein Surfer-Treff. Windsurfer und Drachensurfer. Letztere fliegen immer mal wieder ein Stückchen.

Im Bestreben aus dem Wind heraus zu kommen, vergeuden wir eine Stunde damit über Port la Nouvelle in die Irre kleiner Holperwege zu fahren, dort finden wir den vesprochenen Campingplatz aber nicht. Auch das Camping Municipal ist geschlossen.

M. fährt weiter, jetzt entschlossen, bis nach Sete zu kommen. Bei Narbonne fahren wir deshalb auf die A 9 Richtung Montpellier. Zwischenstopp Aire de Vinnaassah. Hier gibt es eine Wohnmobil-entsorgungsstation. Ich zerreisse mir mit einem gewagten Sprung aus der Hintertür den Ärmel an der Türklinke und lande mit verdrehtem Fuß viel zu hart. Mein Knie schmerzt. Dappes!

Der Wind hat sich gelegt und die Landschaft ist in schönes Abendlicht getaucht. Abfahrt von der A 9 bei Agde, peage Klasse 2, 2,30 Euro.

Wir fahren nach Marseillan-plage und parken am Kanal. Nach einem Candle-light-dinner mit Baguette, Rotwein, Käse und chorizo gehen wir noch eine Runde spazieren. Zuerst gehen wir an den Strand und danach auf die noch in der Vorsaison ruhige Flaniermeile. Überall werden Menus angeboten, ein Muss sind "Moules mariniers avec Frites". Seltsame Kombination finden wir: Miesmuscheln mit Fritten.



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17.05.2002

Weiterfahrt Richtung Cap de Sant Sebastia. Das Hinterrad knirscht wieder.

Wir folgen dem Hinweisschild "Camping Benelux", obwohl diese Straße für das Wohnmobil fast zu eng wird.

Vor dem Campingplatz wäscht ein Engländer sein Auto. Ihn fragen wir nach dem Weg. Laut englischer Auskunft sind es 1 km, laut spanischem Wegweiser 23 Minuten zum Strand "cala de castell". Der Weg führt an Äckern und Wiesenrändern vorbei und durch Wäldchen hindurch.

platjacastel Und dann sind wir angekommen. Es gibt ihn noch den Sandstrand ohne rückwärtige Bebauung an der Costa Brava. Wir bleiben ein paar Stunden dort. M. schwimmt, als sei das Wasser warm.
wiese Es gibt Rad- und Wanderwege. Wir entscheiden uns für den Fußweg Richtung Cap Roig. Anfangs führt er noch durch einen Wald und dann finden wir auch wieder den Cami de Ronde.
platjacastel2 Es ist toll. Immer an solchen Stellen, wenn man denkt, das ist jetzt das Schönste. Das kann man nicht mehr übertreffen. Dann findet man eine neue, noch schönere Stelle.
camiderondo Kaum Bebauung, nur ab und zu eine Villa und eine wilde, felsige Bucht nach der nächsten. Unsere Wanderung dehnt sich aus. "Nur noch diese Ecke, und dann kehren wir um, bevor es dunkel wird."

Bevor es dunkel wird finden wir unser Wohnmobil und setzen die Heimreise fort. In Calella de Palafrugell können wir wegen der Hanglage kaum unser Wohnmobil parken, als wir endlich einen Platz finden, werden wir wieder weggeschickt.

Aber es reicht für einen kurzen Spaziergang. Edel ist Calella, schick und teuer. Es gibt noch den alten, inzwischen aber luxussanierten Fischerhafen, die bunten Boote liegen auf dem Strand. Malerisch.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz fahren wir weiter nach Palafrugell und folgen dort den Hinweisen auf einen LKW- Parkplatz. Dieser liegt am Rande der Wohnbebauung und ist sehr ruhig. Man hört die Frösche im Graben quaken.

Wir richten die Betten und gehen über die Straße in eine sehr typisch aussehende Bar, die Bar El Jardinat. Frau und Tochter sind in der Küche, der Mann vorne zum Bedienen. Als er erfährt, dass wir keine englische Karte haben wollen, sondern die spanische, taut er auf und schlägt uns von seinem Notizblock das Menu del dia vor. Wir entscheiden uns für das Makkaroni-Schweinehaxen-Menu. Es gibt selbstgemachte Oliven, Salatteller, Brot, Eis, eine Flasche roten Hauswein, und eine Flasche Wasser für insgesamt 9 Euro. Der Cafe solo kostet dann noch 75 cent. (Mimmo in Ginsheim will 2,20 Euro für den Espresso!). Dazu gibt es alle Aufmerksamkeit des Hauses. Verwöhnt werden wie bei Mama.

Zurück im Wohnmobil ein altbekanntes Geräusch: Wind und Regen.

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16.05.2002

strand Muss ich es jetzt noch erwähnen? Schon wieder warm und sonnig. Heute frühstücken wir draußen vor dem rolling home, es gibt Rührei und Arme Ritter, da wir inzwischen mehr trockenes als frisches Brot haben. Danach noch ein Sonnenbad direkt vor dem Campingplatz und ich schaffe es zum zweiten Mal die Knie und Schienbeine zu verbrennen. Nichts dazu gelernt. M. schwimmt. Ich witzele rum, die spanischen Strandnachbarn hätten gerätselt, ob wir aus Finnland oder Island kommen würden. Ob der gerade erlebten Wassertemperaturen glaubt er mir .
strand Kurz vor drei verlassen wir den Platz und fahren bis kurz vor Palamos. Vor dem Hotel Xaloc halten wir und suchen die schöne Bucht hinter dem kleinen Campingplatz auf. Die ist heute direkt überlaufen. Außer uns sind noch eine französische Großfamilie und ein niederländisches Paar mit Hund da. Er - der Niederländer, nicht der Hund, versucht mit Neoprenanzug, Flossen und Schnorchel bewaffnet, die Unterwasserwelt zu erkunden. Weil das mit dem Schnorcheln noch nicht so gut klappt, sucht er tatkräftige Unterstützung.

Danach gehen wir für die obligatorische halbe Stunde ins Internet-Cafe Trebol.

Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns ein Menu de Paella mit Gazpacho bzw. Sardellen auf Brot und Eis zum Nachtisch im Restaurant Llevant für 11 Euro.

Übernachtung in der stillen Seitenstraße am Kanal.

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15.05.2002

strand Nach dem Frühstück versucht M. das Hinterrad herunter zu nehmen, um nach der Bremse zu sehen. Aber selbst das ist so eingerostet, dass M. sein Vorhaben schnell wieder aufgibt. Er fährt den Weg Richtung Werkstatt, den man ihm beschrieben hat. Derweil mache ich mich mit Geschirr spülen und Wäsche waschen ein wenig hausfraulich nützlich auf dem Platz. M. kehrt nach einer kleinen Odyssee zurück. Man ist der Meinung, die Bremsen seien nur schmutzig, aber das Fahrgeräsch könnte vom Radlager kommen. Nach einer Notmaßnahme versichert man M., dies würde für den Heimweg genügen. Wir verbringen den restlichen Tag am Campingplatz.
c-platz Eine junge Familie mit DDR-Aufkleber am Mini-Wohnwagen musiziert den ganzen Tag. Als die junge, zierliche Frau frühmorgens in ein langes Kleid gehüllt auf dem Platz steht und Geige spielt, finde ich das ganz entzückend und romantisch. Die zwei Angestellten, die mit ihrer Arbeit inne halten, und aus der Distanz lauschen, wohl auch.

Doch dann hat es den Anschein, als ob die Familie einen Guiness-Preis für ununterbrochenes musizieren auf spanischen Campingplätzehn gewinnen wollte, und die ständige Wiederholung des selben Stückes wird ein wenig lästig.

Abends im Radioprogramm geraten wir bei der vergeblichen Suche nach einem Musiksender in die letzten 10 Minuten der Live-Übertragung des Europa-Cup-Spiels Real Madrid gegen Bayer-Leverkusen. Und dann der vielstimmige Schrei aus Reporterkehlen:"Goooool". Er verbindet sich mit dem Knallen der Böller aus der Stadt. Gute Nacht.

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14.05.2002

Die Nacht war unruhig. M. schnarcht. Ich liege mit dem Kopf nach unten und ziehe nach vergeblichen Versuchen mit erhöhten Kissen um. Dann habe ich eine verstopfte Nase und kann nicht mehr atmen. M. schließt wegen der Stechmücken das Dachfenster, was meiner Atmung nicht weiterhilft. Wir rauben uns gegenseitig den Schlaf und den letzten Nerv.

Heute ist es womöglich noch heißer geworden. Im Suntower besorge ich Brot und Spiegel. Der Kaffe ist schon fertig.

Wir verbringen heute den Tag an einem Strandabschnitt in Richtung Palamos. Dann gehen wir über den Campingplatz Treumal zurück. Er ist riesengroß und hat Standplätze direkt am Meer oder auch unter Pinien weit davon weg. Hier kostet der Erwachsene 3,31 Euro und der Stellplatz incl. Strom 11,14 Euro.

Wir fahren zurück ins Städtchen zum Einkaufen. Die Bremsen quietschen schlimmer als zuvor. Manfred verdächtigt die rechte hintere Bremse. Wir fahren zum Übernachten auf den Campingplatz am Yachthafen. Dort kochen wir selbst: Tallarines mit Thunfisch-Tomaten-Soße.

Morgen will M. nach den Bremsen sehen. Es klingt nach Zwangspause.



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13.05.2002

kanal Noch ein schöner Sonnentag. Der reißende Fluss vom Mittwoch hat sich in ein plätscherndes Bächlein zurück verwandelt. Ich hole im Sun-Tower die neue Süddeutsche, Weißbrot und Schoko-Gebäck. Als ich zum Wohnmobil zurückkehre ist der Kaffee schon fertig.
weg Heute spazieren wir mit großem Marschgepäck wieder den Küstenrundweg entlang bis wir einen Platz finden, der uns gefällt. Das ist zufällig mein Schneckenstrand von gestern und ich fange begeistert an, alles abzusammeln. Nicht zu fassen, dass es hier in Sichtweite der Hotelburgen so viel Ruhe gibt.
strand Abends wandern wir noch ein Stück. Der Weg endet bei Cap Roig. Unser Rückweg führt uns die Hautpstraße entlang zwecks Nahrungssuche und endet im Restaurant Llevant. Hier bestellen wir das Menu für 10,07 Euro zuzgl. IVA. Dafür werden wir mit einem Riesenteller Fischsuppe mit reichlich Tintenfisch und Riesengarnelen, bzw. einem großen Teller mit Miesmuscheln als Vorspeise, Brot, Sepia mit Erbsen in Soße, einem halben Liter Rotwein und als Nachtisch Melone bzw. Eis und noch einem Verdauungsgläschen verwöhnt. Die Portionen sind nicht nur üppig, die Gerichte sind auch sehr lecker.

Als Abschluss gehen wir in das Internet Cafe Trebol. Der Wind ist kühl geworden. Wir hasten zum Wohnmobil zurück , parken am Flüsschen und gehen zu Bett.

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12.05.2002

strand Sonne! Heute endlich Sonne! Der Campingplatz war heute Nacht schön ruhig, wird aer jetzt sehr laut. Das mag auch daran liegen, dass jetzt am Sonntag die Leute von Barcelona kommen. Wir fahren zum Yachthafen und gehen an den kleinen Strand dahinter. heute ist er voll, spanische Familien, die hier ihren Sonntag verbringen.
strand2 Unser erster sonniger Urlaubstag!

Wir verbringen die Zeit bis zum späten Nachmittag am Strand. Es weht ein kalter Wind. Genau das richtige Wetter, um sich einen Sonnenbrand zu holen und gleichzeitig zu frieren.
rundweg Dann gibt es im Wohnmobil eine selbstgekochte Linsensuppe und weiter geht es an den anderen Ortsausgang von Platja D'Aro. Dort erkunden wir den Küstenrundwanderweg in die andere Richtung. Auch hier kleine Buchten und schöne Strände.
schneckenfang An einem dieser Strände finde ich schöne Schneckenhäuser und komme ins Sammelfieber. schnecken
sacova Wir finden noch einen Campingplatz der an einer der schönsten Buchten liegt aber auch an der Hauptverkehrsstraße. Der Camping Sa Cova hat zwar nur zwei Sterne und ist sehr klein, er hat aber sehr schöne Zeltplätze unter Pinien und ist der billigste in Platja D'Aro. Die Person kostet 3,24 Euro und der Stellplatz incl. Strom 6,51 Euro.

Wir aber parken zum Übernachten in der Stadt und gehen noch gemütlich Abendessen. Am Strand gibt es ein französisches Restaurant, welches dem Boxer Marcel Cerdan (1916-49) Referenz erweist. Wir nehmen ein Menu zu 6 Euro und gehen über den Strand zurück zum Wohnmobil.

Überall um die Straßenlampen und die bepflanzten Balkone der Hochhäuser schwirren kleine Fledermäse. Gute Jagd, ihr bepelzten kleinlen Gesellen.



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11.05.2002

Wenn das Wetter so unfreundlich ist, dass man keine große Lust hat, die Höhle des Wohnmobils zu verlassen, dann beginnt man, merkwürdige Dinge zu tun.

Unser Mülleimer hat einen Namen: Oskar. Ich betrachte das Wechselgeld und wundere mich, woher die vielen Münzen mit Königin Juliana auf der Rückseite stammen.

Wir lesen die Frankfurter Rundschau vorwärts und rückwärts. Normalerweise liebe ich dieses erzkonservative Blatt gar nicht.

Es ist 13.00 Uhr und wir überlegen, ins Internet-Cafe zu gehen und dann später wieder zur Tea-Time auszuloten, welches Lokal warme Mahlzeiten dann reicht, wenn wir der Meinung sind, ein Mittagessen zu benötigen.

Die Zeit tröpfelt dahin, wie der Regen. An der Küste entlang kann man auf Rundwegen über die Felsen zwischen den verschiedenen Stränden umher wandern. Falls wir uns dazu entschließen sollten, aufzugeben und die Rückfahrt anzutreten, dann wird hier der Sommer ausbrechen, dessen sind wir uns gewiss.

setembre Hier gibt es eine Avinguda 11 de setembre, und zwar nicht erst seit letztem Jahr. Es ist rätselhaft, was an diesem Tag in der Welt noch bedeutsames passierte. Die Gedanken richten sich auf NY und man stellt erschrocken fest, dass dieses Ereignis auch schon länger als ein halbes Jahr zurück liegt und durch neue Katastrophen verdrängt wurde.
calarovira Jetzt sitzen wir auf einer Bank im Nieselregen und schauen auf den Strand. Ein Pfau klagt.
calarovira1 Eine aufwändige Hinweistafel aus Plexiglas an den Felsen des Strandes von Cala Rovira erzählt vom Leben der Fischer von l'escala in den 40er und 50er Jahren. Die Familien wanderten in ihren Booten die Küste entlang und fingen ihren Lebensunterhalt in den fischreichen Gewässern. Sie bauten sich Zelte am Strand in denen sie lebten. cala rovira2
daro Heute gibt es hier kaum einen Fleck, der nicht infrastrukturiert ist. Hotelhochhäuser, Restaurants, Promenaden, Duschen, Mülleimer, Hinweisschilder selbst an den kleinsten Buchten.

Der Hunger treibt uns in die Stadt zurück. Das Menu del dia für 8,50 Euro im Ca la Monika ist toll. Gemüsesuppe, Fischteller mit sardina, lenguado und merluza, Nachtisch und Wein inclusive. Kurioserweise liegen dem frischen und lecker gegrillten Fisch Rosenköhlchen bei. Die besten, die ich je aß. Nur leicht in Butter geschwenkt. Selbst nach dem Nachtisch und nach dem Kaffee schüttet es draußen noch immer.

Der Wetterbericht verheißt keine Besserung. Was bitte habe ich denn verbrochen, dass ich mit vier Wochen Jahresurlaub zur Regenzeit bestraft werde? Wir sind doch so weit gefahren in der Hoffnung, der Haut ein wenig Sonne und Salzwasser gönnen zu können. Pech gehabt dieses Mal. Wenn ich wieder im Büro sitzen werde mit dem vergitterten Blick zum Parkplatz, wird dann die Sonne scheinen? Böse Welt.

Flucht in ein Internet-Cafe.
Dieses Mal zu akzeptablen Preisen und mit einer vernünftigen Verbindung. Die Stunde kostet hier im "Cyber-cafe trebol@mail" 2 Euro.
Karibische Musik. An der mit Kuhhautdekor bespannten Bar finden sich folgende Wegweiser:

Fernweh möchte aufkommen, doch der Blick aus dem Fenster ist ernüchternd.

Wir beschließen auf dem Weg zum Auto deshalb, morgen die Rückreise anzutreten, falls das Wetter sich nicht merklich bessert.

Ein Kaffee-Hamsterkauf im Supermarkt Champion - nichts geht über spanischen Kaffee zu 1,26 Euro das halbe Pfund.

pinell Dann entern wir den Campingplatz Pinell der auf dem "Berg" oberhalb von Platja D'Aro lliegt. Er hat 2 Sterne, erscheint uns aber schöner und zweckmäßiger angelegt als der unten gelegene Vall D'Aro. Leider ist die Auffahrt für unser Wackelmobil viel zu steil und wir müssen relativ weit unten bleiben. Pro Person verlangt man hier 3,08 Euro, für den Camper 4,44 Euro und den Strom 2,99 Euro zuzgl. der 7 % IVA. Die nette Frau an der Rezeption spricht auch Englisch. Wir richten uns ein und wandern noch einmal zur Bucht.
kraehe Die Stimmung am Abend ist so schön und das Wasser ist so klar, dass es ein Jammer ist, in der Regenjacke frierend am Meer herumzustehen anstelle hier bei schönem Wetter zu baden.

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10.05.2002

M. hat sich den Bart abrasiert und will wissen, wie ich das finde. Meine Meinung hierzu hat sich nicht geändert.

jachtclub Wir wandern um den Yachtclub. Die Landschaft ist restlos und geschmacklos zubetoniert. Die neuen Apartments stehen zum Verkauf. Putzkolonnen wienern die edlen Boote. Der Weg hinter dem Yachtclub führt die Anhöhe hinauf, hier wächst ein lockeres Wäldchen aus Pinien und Korkeichen. Dahinter ein schöner, natürlich wirkender Strand. Kurze Rast. korkeiche
valldaro Nach der Rückkehr zum Campingplatz Ent- und Versorgungsarbeiten und Weiterfahrt an der Küste in Richtung S. Feliu.

Wir kommen durch S'Agaro. Ein hübsches Städtchen, der Strand wird von beiden Seiten von Felsen gerahmt. Alte Villen säumen die Promenade.
Das Auto macht uns Sorgen. Gestern war das Kühlwasser leer und das Motoröl war aufzufüllen. Die Bremsen quietschen wieder. Katastrophenstimmung.

Wir suchen einen Parkplatz und fallen in unserem Räuberzivil in eines der schicken Strandrestaurants ein. Dort essen wir um 16.00 Uhr ein Menu zu mittag: Fischsuppe, Sepia und Seicha vom Grill, Flan und Hauswein.

Der anschließende Spaziergang zeigt uns, wie die Ferienhäuser der Reichen aussehen. Wow. Die Häuser oder vielmehr Anwesen liegen oben auf dem Berg, hier weht ein frischer Wind und man überschaut das Meer. Es gibt Namen wie "domus nostrum", in deer Auffahrt stehen ein paar kleiner BMWs herum und der Vorgarten ist ein Park.

camiderondo1 Der Cami de Ronda führt rund um S'Agaro und bietet immer neue Blicke auf die Küste von Platja D'Aro bis San Feliu. Wunderschön.
camideronda2 Hier in S'Agaro findet man direkt in Reichweite des Massentourismus ein Kleinod. camideronda3

Am Abend fahren wir wieder nach Platja D'Aro zurück, gehen in einer Trattoria eine Kleinigkeit essen - ich eine Butifarra, die hiesige Bratwurst vom Holzofengrill, lecker, - und machen unseren obligatorischen Regenspaziergang.

Langsam verlieren wir die Laune.

horizon Ein Parkplatz in einer ruhigen Nebenstraße wird unser Übernachtungsplatz. Der Regen trommelt laut auf unser Dach und hält uns lange noch wach.

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09.05.2002

Happy birthday to me. 39 ist ja auch eine Art von Schnapszahl. Die Sonne blinkt durch.

M. hat heute Nacht lieber Stechmücken gejagt, anstelle zu schlafen. Entsprechend vergrätzt ist er jetzt, als ich herumlärme.

Nach der bottle-cat-shower gehe ich raus. Die einbeinige Gans verteidigt ihr Frühstücksbrot.

birthday Über Nacht hat das Meer die Promenade zum Strand gemacht. Der Sand liegt bis an die Häuser. Bambus und anderes Treibgut (ein Wirsingblatt. Wieso ein Wirsingblatt?) dazwischen.
stieglitz Ich kaufe mir zum Geburtstag eine Zeitung und setze mich in die Sonne um mein Tagebuch zu kritzeln. Neben mir, in der Pinie, baut ein Distelfinkenpaar sein Nest. Der Hahn schimpft mich aus, weil ich ihn durch meine Anwesenheit störe.

Langsam füllt sich die Promenade. Einsame Spaziergänger, Jogger, und Leute mit ernster Miene, die beim Gehen die Arme so wild schleudern, dass man sofort sieht: auch ein Frühsport. Walking oder wie das heißt. Der himmel bedeckt sich und schaue mal, ob es bald Frühstück gibt.

Zurück zum Auto. M. hat einen Gabentisch geschmückt mit Kerze und Mohnblüten, gerichtet. Wunderschön. Zum Frühstück gehen wir in ein Cafe. Am Nachmittag regnet es auch schon wieder. Wir verbringen den Tag Zeitung lesend und dösend im Auto.

Die ersten Sonnenstrahlen locken uns und die anderen Touristen wieder ins Freie.

Nachdem wir in einem Restaurant - die Küche ist noch geschlossen - einen Berg von amerikanischem Sandwich gegessen haben, gehen wir zum Strand.

flusskrebs Dort ist vielerlei Treibgut angeschwemmt: Bambusblätter, -stangen und -wurzeln, Schwämme, Wasserpflanzen, eine halbe Kokosschale, Muscheln, eine Taucherbrille ohne Inhalt, Seesterne, ein Schaukelpferdchen ohne Kopf - und den zarten Hinterleib versteckt in den feuchten Bündeln von Tang und Bambus: Krebse. Sie haben das Massaker der wilden Brandung überlebt, um uns in die Hände zu fallen.

Zuerst verlange ich, dass M. die Tiere "rettet" und zurück ins Meer wirft. Aber in ihm ist der kleine-Jungen-Forschergeist erwacht. Er nimmt die Krebse mit.


Wir wechseln den Standplatz und gehen zum Campingplatz Vall D'Aro. Er ist teuer als der in Frankreich. Für zwei Erwachsene (8,20), ein Wohnmobil (5,80) und Strom (3,05) wird noch zusätzlich die Mehrwertsteuer berechnet. Der Campingplatz liegt unter hohen Pinien direkt am Strand. Die Sanitäranlagen sind schick, aber wie wir bald feststellen, nicht besonders gepflegt. Man kann vom Strand aus nicht direkt ins Städtchen gehen, weil unser reißender Fluß aus den Bergen eine natürliche Trennung bildet.

Abends sterben die Krebse den schnellen Tod im kochenden Wasser des Kochtopfes und landen in M.s Magen. (Wie wir zu Hause festgestellt haben, waren es Flusskrebse, die wir dort am Meer angespült fanden).

Ein Beziehungskistengespräch über Kommunikation. Herzlichen Dank auch für den verdorbenen Geburtstag.

Nachts hört man die Eulen rufen in den Pinien.

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08.05.2002


banyoles Tja, heute schüttet es noch mehr als gestern, und die spanische Wettervorhersage im Radio lässt schlimmes befürchten. Schade, dass ich gestern die Kamera nicht dabei hatte. Heute mache ich der Verlegenheit halber noch ein paar Unterwasserbilder und dann verzichten wir auf Spaziergang um den See und auf Spaziergang im Stauml;dtchen. Die Schuhe sind noch immer nass.

Auf der Weiterfahrt machen wir einen Abstecher mit Kaufrausch zu Lidl. Das spanische Sortiment ist in der Tat verlockend. Oliven, Meeresfrüchte, Serrano am Knochen und Bacalao, um nur einiges zu nennen.

Meine Beifahrer- und Kartenlesefähigkeiten werden bis an ihre Grenzen beansprucht, denn scheinbar sind die Spanier im Straßenbau so schnell, dass meine gute Michelin-Karte von 99 wieder restlos veraltet ist.

Durch Celra, Bordils, vorbei an überfluteten Äckern und reißenden braunen Wildbächen, wo vormals Bächlein plätscherten. Weiter über Corca.

"Garatge", so schreibt man hier "garage". Da soll keiner mehr über südhessisch lästern.

Unser Reisemobil wird zur Arche. Teilweise sind schon Straßen eingeschwemmt.

Am Ortseingang von Bisbal funktioniert trotz allem die automatische Rasenbewässerung tadellos. Hier gibt es schöne Keramiken zu kaufen. Schade, dass unser Wohnmobil kein Laster ist. Am Fluss entlang führt eine Allee, alte Steinbrücken schwingen sich über den Fluss, vom Hochwasser angebrandet.

Sammlung doofer Worte: "Xurreria" soll wohl "churreria" also "Donuterei" oder "Kreppelerei" heißen.

regen Noch 7 km bis zur Küste und es sieht bald so aus, als ob wir von den Überschwemmungen dorthin gespült würden. Wenn mich später jemand fragt, "wie war dein Urlaub?" kann ich das mit rain-tours umschreiben. 1.400 km der Sintflut entgegen.

Palamos. Regen. Weiter Richtung Sant Feliu und Platja D'Aro. Mitten in der Wiese am Straßenrand bilden sich völlig neuen Binnenseen. Die Amseln picken glücklich ertrunkene Regenwürmer. So fühlen wir uns langsam auch, wie ertrunkene Regenwürmer.


platjadaro In Platja D'Aro fahren wir zum Strand, besichtigen das aufgewühlte Mittelmeer und die Verwandlung von Straßen in Flüsse. In einem Restaurant mit Straßenverkauf finden wir sardinas en salsa, patatas, verduras und arroz für 6,85 Euros und essen um 16.00 Uhr endlich zu mittag.

Nach einem kleinen Spaziergang durch die Touristenmeile verschwinden wir für eine Weile im Internetcafe. Bis Sonntag soll die Großwetterlage so bleiben: regnerisch, Temperaturen von 11 bis 17 Grad.

daro2 Das Mittelmeer spielt sich auf, als sei es der blanke Hans und schiebt den Sandstrand zusammen. daro3
daro4 Aus einem Kanal, der von den Bergen ins Meer fließt ist ein brauner, wilder Fluss geworden, der seine Ufersäume abbricht.

Wir suchen uns einen Stellplatz für die Nacht, kochen Spaghetti und wundern uns, wieso die Batterie schon wieder leer ist, und wir mit Kerze, Taschenlampe und Wasserkanister hantieren müssen.

Regentropfen trommeln auf unser Dach.

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07.05.2002


Marseillan-Plage. Abschied vom Paradies, denn das bedeutet "Paradou" im hiesigen Dialekt. Wir fahren wieder auf die N 9, Richtung Spanien. Lästig wird die Wohnmobilisten-Grüßerei. " Nicht in der Nase bohren, sonst winken sie wieder!" " Komm, wir kaufen uns eine Blöd-Zeitung, damit können wir dann zurückwinken.".

Durch Beziers, über Narbonne. Rechts und links der Straße Weinberge. Offensichtlich ist jetzt die Zeit angebrochen, in der man die Trauben spritzt.

Regen bei Perpignan. Noch 10 km bis Spanien.
" Da babbele se endlich wieder eine Sprache, die mer verstehe kann!" "Nee, dort auch nicht, dort leben sie ja zweisprachig und sagen "Platja" zum Strand und "Benvinguts" anstelle von "Willkommen.""

Die Landschaft ist wild-romantisch. Gebirgsbäche fließen zwischen zerklüfteten Höhen und es schüttet wieder.

Alte Schilder sprechen von "Exchange, Wechsel und cambio pesetas". Wir fahren durch - und stehen im Stau.

Le Perthus. Auf der Gegenspur vorbeirauschende Wohnmobilisten grüßen freundlich. Was ist hier eigentlich los? Der " parking municipal" ist voll und die Leute schleppen kistenweise Zigaretten und andere legale Drogen zu ihren Fahrzeugen. Kleiner Grenzverkehr und wir müssen darunter leiden. Grauenvoll. So etwas gibt es selbst in Polen nicht mehr.

Schön, so alte europäische Grenzübergänge. Sollte man als Denkmäler erhalten. Nur dieser hier ist zugeparkt von Franzosen, die ihren Staat um das bißchen Steuer beschummeln wollen.

Und Adios Francia, ola Espania!

Wenn jemand LKW's sehen und erleben will, wie sie ähnlich wie in alten Stummfilmen, kreuz und quer über die Fahrbahn kommen, der muss nur noch einen Ort weiterfahren, nach Jonquera.

Hier heißen die Supermärkte statt "supermercado" "supermercat" und Diesel kostet nur noch 71 cents.

Ich glaube es einfach nicht, ist eigentlich noch irgendwer zu Hause in Deutschland und steigert das Bruttosozialprodukt? Alle paar Minuten begegnet uns ein deutsches Wohnmobil und die Besatzung verlangt gegrüßt zu werden.

Nach Figueras schlagen wir uns ins Gebüsch und trotzen den Hinweisschildern (Höhe 2,50, Breite 2,50). Wir fahren die Nebenstraße, denn wo ein dicker LKW durchpasst, ist auch für uns genügend Raum.

Am neu gebauten Kreisel winken uns die Arbeiter weiter, Schilder gibt es noch nicht.

Durch die engen, verschlungenen Ortskerne, oft knapp unter Balkonen und Stromleitungen hindurch geht es ü,ber Borrassa und Orbis in Richtung N 260 weiter. Schon wieder eine Kreiselbaustelle. Wir folgen dem LKW in der Hoffnung, dass er die Abkürzung zur N 260 kennt.

Wann hören die Spanier eigentlich auf, ihre wunderschönen Landschaften mit Straßen zu überziehen? Aber jetzt haben wir endlich die anderen Wohnmobile abgehängt. In Besalu fahren wir auf die C 150 in Richtung Gerona.

Wir brausen durch Besalu nur hindurch, aber im Vorbei fahren und Überqueren des Flusses mit dem sinnigen Namen "fluvia" sehen wir die mittelalterliche Schönheit der Häuser, der Kirche auf dem Hügel und der Fußgängerbrücke, die sich in großen Bö,gen über das Wasser schwingt.

Wir haben Banyoles erreicht, den großen See, es gibt sogar einen Fahrradweg rundherum und es gießt noch immer wie aus Eimern.

In einer Straße in der Nähe des Sees parken wir erst einmal und machen einen Spaziergang. Die Infrastruktur mit Cafes, Restaurants und Ausflugsbooten zeigt uns, dass hier auch manchmal die Sonne scheint.

Der See liegt wunderschön. Am Horizont sind Berge zu erkennen, rund um den See sind Parkanlagen mit Spazier- und Radwegen. Wir entdecken einen Naturlehrpfad und schrecken Teichhühner und eine Entenmama mit ihren Küken auf. Schilf und gelbe Wasserlilien säumen das Ufer. Und wir werden trotz Regenjacken gut eingeweicht. Zeit, zurück in unsere rollende Wohnstube zu gehen.

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06.05.2002


Hier gibt es im nahen Feuchtgebiet nicht nur laut quakende Frösche, sondern auch einen Sprosser, der in der Dämmerung schlägt.

Nach dem Frühstück setzt M. die Fahrräder zusammen und wir radeln Richtung Agde los. Zuerst machen wir eine kleine Pause am Strand und stellen erst danach fest, dass es keine Radwege oder geeignete Nebenstraßen gibt, also radeln wir wieder zurück und nehmen das Auto.

Kleine Spritztour nach Grau d'Agde. Das Städtchen ist ruhig und die Gegend um den Kanal idyllisch. Hier haben wir früher schon einmal übernachtet, aber hier trennen sich schon auch unsere Erinnerungen.

Cap d'Agde ist schon eher eine Großstadt. Überall sind auch hier Wohnmobile unerwünscht. Wir gehen ein wenig im Yachthafen spazieren. Alte Männer spielen Boule.

Zurück auf dem Campingplatz starten wir einen Jogging-Lauf, den Sandstrand entlang, bevor wir mit Knoblauch- Petersilien-Spaghetti den Abend beschließen.

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05.05.2002

plage Heute beginnt der Tag sonnig. Nach Frühstück und Ver- und Entsorgearbeiten mit 5-Liter-Kanister und 10-Liter-Eimer gehen wir an den Strand.
plage2 "Das Wasser muss unmittelbar nach dem Auftauen vom Nordpol hierher getragen worden sein. Kein Wunder, dass keiner badet." findet M. nach einer kurzen Überprüfung der Wassertemperatur mit der großen Zehe.
plage3 Zu Mittag stärken wir uns noch einmal mit Linseneintopf, bevor wir ein zweites Mal los wandern. Dieses Mal ist es windiger und weniger sonnig. Der Strand wirkt endlos. Auf Campingplätze folgen Feriensiedlungen und Hotelkomplexe, nur Agde erreichen wir so nicht. Wir kehren um und stellen abends fest, dass sich der Campingplatz jetzt langsam füllt.

Gemütliches Baguette-Käse-Bier- Abendessen.



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04.05.2002

Weiter Richtung Süden. Peage Orange-Gallagues, Klasse 2, 9,90 Euro.

Heute ist es zwar wieder windig, aber endlich auch sonnig.

Bei Gallagues verlassen wir die Autobahn und fahren in Richtung le Grau du Roi.

canal Mittagspause in Aigues du Mortes. Wir kampieren am Canal Sete du Rhone und futtern Sommersalat mit Rahmchampignons und Pfannkuchen.
aigues2 Danach eine kleine Stadtbesichtigung. Leider kann man nicht auf die Burgmauern der Festung, die die Stadt im Quadrat umspannen.
aigues Andenkengeschäfte, Ateliers und Restaurants wechseln sich ab. Die Zikaden rufen. Von hier aus kann man Bootstouren in die "petit Camargue" unternehmen.

Weiter fahren wir in Richtung Grau du Roi. Im Reiseführer wird stolz beschrieben, wie mutig es war, dieses Gebiet so gut zu entwickeln: Hafen, Hotels, Infrastruktur. Klingt gräßlich.

Rechts und links der Straße stehen Flamingos in den seichten Kanälen und durchsieben mit ihren Schnäbeln das Wasser. Was uns hier fehlt sind Wanderwege.

Zwischen Sete und Agde finden wir den Zweisterne-Campingplatz "Paradou". Er ist klein, sehr einfach, billig und liegt direkt am Meer. Und wir sehnen uns nach einer heißen Dusche.

Zwei Personen mit Platz in der vorsten Vorsaison, wie wir sie gerade hier haben, kosten 11 Euro, Strom noch mal 2 Euro zusätzlich. Der Platz ist geöffnet von März bis November, jetzt im Mai sind noch viele Campingplätze geschlossen.

Wir machen noch einen kurzen Ausflug zu Mr. Bricolagee und kaufen einen Stromadapter.
Dann suchen wir uns einen schönen Stellplatz aus und machen noch einen Abendspaziergang am Meer.

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03.05.2002

Nur ungern kriechen wir aus den Schlafsäcken. Es gibt eine kurze Katzenwäsche aus der Wasserflasche und ein ungemütliches Frühstück mit kalten Füßen.

Manfred gelingt es den Vorbesitzer anzurufen und die haarsträubenden technischen Details über das Aufladen der Zweitbatterie zu erfahren. Die Herstellung einer Verbindung vom unmotiviert vom Fahrzeugheck herunterhängenden Zigarettenanzünder mit Kabeln zur Batterie scheint zu funktionieren und wir brummen wieder auf der A 7 durch den Regen.

Glücklicherweise ist die Fahrerkabine beheizbar. Frieren im Mai im schönen Rhonetal...
Peage von Lyon chavas bis Valence sud, Klasse 2, 4,30 Euro.
In Livron finden wir endlich eine Boulangerie. Nix wie hin, damit die Verkäuferin auch mal was zu lachen hat, denn ohne nachzudenken spreche ich wieder mal spanisch. Was zum Teufel heißt nochmal "tres baguettes" auf französisch?
In der Seitenstraße reißt eine Frau Le Pens Wahlplakate ab.

Während Manfred den Stress hat, weil er hinter zwei verbummelten niederländischen Gespannen her fährt, die uns ständig ausbremsen, kann ich die Landschaft genießen und Log führen.

Wir fahren durch eine Ebene, deren Horizont ringsum von Gebirgskämmen gesäumt ist. Zitronengelbe Rapsfelder und kobaltblaue Fensterläden und Blumentöpfe und Lilien bilden einen seltsamen Kontrast zum frischen Maigün der Felder und dem Gewittergrau des Himmels.

Mittagspause mit Linsensuppe an der Bushaltestelle von Malataverne. Zum Glück funktionierte das Aufladen der Batterie, es muss aber jetzt immer der Motor so lange laufen, bis man die Batterien verbunden oder getrennt hat, weil offensichtlich ein Gleichrichter fehlt.

Malataverne ist ein sehr hübscher Ort. Farbige Holzläden und Blumen schmücken die kleinen Häuser aus Naturstein. Zum Beispiel auf dem Platz unterhalb der Kirche gibt es auch gute Übernachtungsmöglichkeiten.

Oh Wunder, es hat aufgehört zu regnen, statt dessen haben wir extreme Windböen, man könnte seekrank werden.
Rechts und links der Straße stehen kleine Busse, dort werden offensichtlich Dienste der besonderen Art angeboten. Ein junger Mann hat es so sehr nötig, dass er die Straße nur ganz knapp vor unserer Nase überquert. Und wieder auf die A 9 bei Orange.

Blühender Ginster und Pappeln säumen die Autobahn. Besonders über die Pappeln freue ich mich. Zu Hause werden sie nur noch gefällt, dabei gibt es kaum etwas schöneres als eine Espe im Wind.

Der Sturm ist so wild, dass wir schon früh eine Raststätte ansteuern. Dort treffen wir Hanauer Wohnmobilisten, die uns mit Gruselstories zu Überfällen einen gehörigen Schreck einjagen. Sie erzählen davon, dass man mit Gas durch die Lüftung betäubt und danach mit dickem Kopf und ausgeraubt erwachen würde.

Hier an der Raststätte Aire de Tavel-Nord gibt es einen großen schönen Camping-Bereich und am Abend bildet sich eine kleine Wagenburg aus Wohnmobilen um uns herum.

Ein Regenbogen, tief leuchtend und sich verdoppelnd, ganau wie am Tage von Lucas Geburt, spannt sich über den Horizont.

Dann regnet es wieder und wir machen es uns bei Kerzenschein, Käse, Baguette und Rotwein gemütlich. Muy romantico.

Bis die Heizung wieder wegen Stromausfalls ausfällt und wir ins Bett gehen. In dieser Nacht träumen wir von vermummten Gestalten mit Gas.



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02.05.2002

Heute will Manfred den Mai von Wonnemonat in Regenmonat umtaufen.

Wer hat eigentlich behauptet, dass der Mai ein idealer Reisemonat sei? Die Heizung im Wohnmobil schaltet auf Störung und wir können den Grund dafür nicht finden.

In der fromagerie Loue-Lisson in Chay, 5 km vor Arbois, schäme ich mich für mein verschüttetes Französisch. Unwillkürlich versuche ich es immer wieder mit spanisch. Na ja, wenigstens "bonjour", " merci" und "au revoir" klappt noch.
Von den großen Rädern lasse ich mir abschneiden: comte doux und comte vieux zu 7,05 Euro bzw. 8 Euro das Kilo. Unglaubliche Preise für diesen leckeren Bergkäse.

On the road again - die N 83 hat uns wieder. Jetzt müssen wir nur noch lernen, die anderen Wohnmobilisten zu grüßen, "Hände hoch!" (Oh, guude).

(Traumschlafplatz gibt es an der Kirche in Coligny, 21 km neben Bourg en Bresse).

vogelpark Kleine Mittagspause auf dem Parkplatz des Vogelparks in Villars-les-D., vor Lyon. Ein gestutzter Storch bietet sich als schönes Fotomotiv an. Danach wieder weiter und vorbei an Jayeres. Dort wollten wir vor zwei Jahren das gemietete Wohnmobil im Morast versenken. Heute finden wir die Erinnerung lustig. Damals war unsere Lage fast schon verzweifelt. storch



Und da liegt Lyon. Moloch und Verwirrspiel für den Duchreisenden zugleich. So, geschafft. Jetzt wird die A 46 zur A7 Richtung Marseille. Vienne, auf der N 7 an der Rhone entlang. Dann, bei St. Rambert d'Allon doch auf die A 7 und Übernachtung auf einer kleinen Autobahnraststätte.

Doch hier, kurz vor Romans, jagt ein kleines Unglück das Nächste. Unsere 4-Wochen-Ration Latwerge liegt zerschmettert am Boden, weil in einer engen Kurve der Schrank aufging. Die Scherben und die klebrige Masse wollen beseitigt sein. Wir können unsere Trinkwasservorräte ergänzen. Doch beim Entleeren unserers Porta Potti fällt der Deckel des Ablaufrohres in den Ausguss und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Beim Betreten der Wohnkabine stellen wir mit Erschrecken fest, dass die Taschenlampe heller ist, als die Bordbeleuchtung. Unsere Batterie ist fast leer. Während ich Kerze, Taschenlampe und Ersatzbatterien klar mache und unsere Wasserkanister fülle, um uns von der strombetriebenen Wasserpumpe unabhängig zu machen, versucht Manfred die technischen Probleme zu ergründen.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als ein kaltes Abendessen bei Kerzenschein und eine feuchtkalte Nacht im ungeheizten Wohnmobil zu verbringen. Es regnet noch immer. Es ist kalt. Das Kondenswasser tropft von den Fenstern.



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01.05.2002

Es hat sich eingeregnet. Während wir das Frühstück bereiten, kommen immer mehr Maiwanderer auf unseren Parkplatz, rüsten sich mit Regenjacken und trotzen der Witterung.
Auch wir fahren los, weniger mutig verzichten wir auf den eigentlich geplanten Spaziergang.
Die Schwarzwaldhochstraße verlassen wir und haben Richtung Achern, Autobahn, schöne Einblicke in tiefe Täler. Die Häuser ziehen sich die Dächer bis tief über die Ohren.
On the road again: Die Temperaturanzeige gibt den Geist auf und wir fahren auf der Autobahn Richtung Basel, vorbei an triefnassen Hasen, die sich in die Felder ducken und vorbei an äsenden Rehen. Es regnet in Strömen.

Im Breisgau: Traumjob des Tages -Spargel stechen im Ostfriesennerz -.

innen Mittagspause mit Spaghetti kochen kurz vor Hartheim. SWR 1 zum Dauerregen. Die Wettervorhersage kündet an, dass es weiterhin so gemütlich auf unser Dach tropfen wird. Sollen wir doch nach Italien??

Mulhouse.


Offene Grenzen. Wie schön ist das doch. Aber es regnet noch immer.

N 83 (sans peage) nach Belfort. Werbung für Carrefour und Super-U erinnert mich: ich will Münzen mit französischen Rückseiten. Moment Mal, wo sind eigentlich hier die Häuser? Das Rhein-Main-Gebiet ist wohl doch unschlagbar dicht besiedelt.

Oh weh, Belfort, Typisch Frankreich: kaum ist man daran vorbeigefahren oder hat sich eingeordnet, merkt man, das war die falsche Richtung. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen "autres directiones" und "toutes les directiones"?

Weiter Richtung Besancon. Die "alte" Strecke, vorbei an früheren Übernachtungsplätzen, die schöne Doubs entlang.

Graureiher sitzen in den Bäumen, die Schwalben sind aus Afrika zurück.

An den Straßenecken immer wieder Kinder, die Maiglöckchen verkaufen.

Aus den Wäldern steigt der Dunst auf, wie die Rauchschwaden unzähliger Lagerfeuer.

Bei Clerval traumhafte Landschaft. Stromschnellen und Seerosenblätter in ruhigen Seitenarmen der Doubs bilden Kontraste, Blick auf bewaldete Anhöhen.

12 Liter gazole frisst unsere Höllenmaschine auf die 100 km.

Besancon und wieder die Qual der Wahl zwischen "toutes directiones" und "autres directiones". Hurra, Lyon sous Lons - die richtige Abzweigung gefunden, und wieder ein Lidl. Wie wohl dessen französisches Sortiment aussieht?

chay Zum Übernachten verlassen wir die N 83 und finden einen Standplatz in Chay, direkt neben der Käserei.


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