Hermann Van Veen in der Phönix-Halle Mainz
Was ich Dir singen wollte
Selbst sagt van Veen zu Beginn seines Programmes
was ich Dir singen wollte : "Die Wahrheit ist viel besser zu ertragen, wenn sie klingt." Und so bettet er seine Botschaft ein in ein
Programm in dem Musik, Clownerie und auch Selbstironie sich die Hand reichen und das Publikum durch ein Wechselbad der
Gefühle führen. Dieser Mann ist selbst noch mit 56 Jahren offen wie ein Kind, die üblichen Verkrustungen die
Erwachsene sich im Laufe der Zeit erworben haben sind an ihm nicht zu spüren.
Aber die Bühne gehört nicht Hermann van Veen alleine. Weitere hervorragende Künstler, so der langjährige
Begleiter Erik van der Wurff, sind mit von der Partie. Temperamentvoll die Gitarristin Edith Leerkes, die Geigerin Jann, und Allrounderin
Wiebke Garcia mit Gesang und an Percussion, Harfe, galizischem Dudelsack und Drehleier. Diese Virtuosen bilden nicht nur die
"Begleitmusik" und den Rahmen um Hermann van Veen, sondern sie entfalten auch Ihre Kunst. Nach und nach verdrängen sie
spielerisch van Veen aus der Bühnenmitte und spielen ihn an die Wand, bevor er zum Abschluss wieder in den Mittelpunkt darf.
Mit den einleitenden Worten "Die Oper wäre schön, gäbe es die Sänger nicht" verspottet van Veen in einer
wunderbaren Parodie die Oper. Nacheinander wird van Veen auf atemberaubende Weise zur sterbende Sopranistin
("sie wurde erdolcht, und jetzt singt sie, 19 Minuten lang! 19 Minuten"), zum klagenden Heldentenor ("23 Minuten") und zum
vielstimmigen Chor ("29 Minuten"), bevor er das Schlussballett gibt.
Das passt in keine Schublade. Hermann als Stimmwunder, als Clown, als Hampelmann - alles in allem ein fulminantes Programm.
Hingehen.
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