Ein Sommer mit Fritzi - Aufzucht eines jungen Feldhasen

Links


Feldhasen.deSeite von Birgit de Levie, Hilfe bei der Aufzucht von Wildtieren mit Adressenliste von Feldhasenhelfern und Hotline: 09152/921444

Frötzels Seite, die gelungene Aufzucht eines Feldhasen mit vielen wertvollen Tipps und schönen Bildern

Bunnyhilfe

leider misslungener Aufzuchtversuch

Mümmels Seite, noch eine gelungene Aufzucht

Poppel eine Hasengeschichte

cppsmontaltoAufzucht und Auswilderung von Feldhasen in Italien

Fotogalerie




Fritzi ist zu Gast bei: Marion

Der Hase unter dem Gurkenblatt

Hasen-Informationen

Dank an Chraecker für die Hilfe beim "Seitenkleben"

Marion erzählt: So fing es an:


Eines Tages im Sommer erhielt ich eine sehr nette Mail von Birgit. Sie wollte wissen, ob ich Tipps für die Auswilderung von Feldhasen hätte. Die hatte ich leider nicht und die guten Links die ich im Angebot hatte, kannte sie auch schon.

Obwohl ich Birgit gar nicht helfen konnte, entwickelte sich ein netter Briefwechsel und Birgit schickte mir viele schöne Fotos und erzählte mir die Geschichte von Fritzi, ihrem Findel-Hasenkind.

Hier hat jetzt Fritzis und Birgits Geschichte einen kleinen Platz gefunden, damit auch andere ihre Geschichte kennenlernen können und hoffentlich in einer ähnlichen Situation Hilfe finden.

Viel Spass wünscht Euch Marion.


Birgit erzählt: Fritzis Geschichte


fritzi1 Bevor ich die Geschichte von unserem Feldhasen-Kind Fritz erzähle, sei gleich einmal gesagt, daß dies kein Ratgeber für die Handaufzucht von Feldhasen sein soll. Ich möchte lediglich von unseren Erfahrungen berichten, die aber bestimmt nicht für alle Hasen gelten. Für Infos und Tipps von erfahreneren Leuten schaut bitte bei den nebenstehenden Links.

Der 2. August 2002 begann eigentlich wie ein ganz normaler Urlaubstag. Wir fuhren zum Segelfluggelände Hornberg und machten beide einen kurzen Segelflug (mehr gab die Thermik leider nicht her). Irgendwann im Laufe des Tages kam unser Freund Claus und erzählte, daß er neben der Startbahn 3 tote kleine Häschen gesehen hätte, die man wegräumen sollte. Wir versprachen zu helfen, vergaßen es aber wieder.

fritzi2 Am Abend, mein Mann Jürgen war schon gegangen, erinnerte mich Claus nochmals an die Häschen. Wir gingen los, um sie zu suchen, was im Gras gar nicht so einfach war. Irgendwann entdeckten wir sie. Als ich mich runterbückte, sah ich, daß eins der Häschen noch lebte. Nun war guter Rat teuer: Was macht man mit einem Baby-Feldhasen? Kommt er alleine klar? Kommt die Hasenmutter wieder? Wie könnte man ihn zuhause halten?

Schnell waren ein paar Leute zusammengekommen, aber deren Ideen waren für den kleinen Hasen ziemlich unbrauchbar: "Laßt ihn sitzen, der geht eh ein!" "Laßt ihn hocken, den holt sich mein Kater heute nacht!" Ein alter Fluglehrer wußte noch, daß die Frau des ehemaligen Schulleiters in den 60er-/70er-Jahren einige Häschen und auch ein Rehkitz mit der Flasche großgezogen und dann wieder ausgewildert hatte.

fritzi3 Für Claus und mich war klar: der kleine Hase kann hier nicht alleine sitzen bleiben! Nachdem die beiden Geschwister schon gestorben waren (vermutlich zertreten oder vom Flieger zerrollt), muß dieser gerettet werden. Und weil Claus als Gastfluglehrer am Hornberg war und keine Zeit für einen Hasen hatte, haben wir nach einem Telefonat mit Jürgen den kleinen Hasen in einen Karton verpackt für die Reise zu uns nach Hause.

Noch in der Flugschule versuchten wir die erste Fütterung mit einer Spritze und einem Ventilschlauch: warme Milch. Zum Glück hat sie der Hase nicht getrunken, denn wir wußten ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß Hasen keine Lactose verdauen können und qualvoll sterben. So begannen wir die Reise also hungrig, aber vor der Abfahrt fragte ich Claus noch, wie der Hase denn heißen soll, schließlich hatte er ihn ja gefunden. Ein kurzer Blick in den Karton: "Fritz" - alles klar!

fritzi3 Dann erlebte Fritz wohl seine abenteuerlichste Reise - eine Fahrt in einem Smart Diesel! Als wir um 20:30 Uhr zuhause ankamen, standen wir gleich vor vielen Problemen. Jürgen hatte über's Internet einige wertvolle Infos über die Handaufzucht von Feldhasen (Danke Kerstin und Frötzel!) herausbekommen. Wir telefonierten ohne Ende, aber leider kriegten wir am Freitagabend nirgends mehr Katzenaufzuchtsmilch her. Die Tiernotrufzentrale, die bei uns im Telefonbuch steht und auf die ich voll gesetzt hatte, meldete sich mit "kein Anschluß unter dieser Nummer" - danke für's Gespräch! Um 22 Uhr gaben wir auf. Da wir absolut keine Erfahrung mit kleinen Hasen hatten, packten wir ihn mit etwas Gras auf ein Handtuch in eine Einkaufskiste, stellten ihm gegen unser schlechtes Gewissen ein Schälchen Wasser und ein Stück Zucchini hinein, und ließen ihn über Nacht in der Waschküche.

fritzi3 Am anderen Morgen gleich nach dem Aufwachen runter in den Keller - Fritz lebt noch! Also rief ich gleich beim Tierarzt-Notdienst an, um nach der Katzenaufzuchtsmilch zu fragen. Der Tierarzt machte mir keine Hoffnungen, daß wir den Hasen durchkriegen ("meistens trinken sie 3 Tage und gehen dann ein"). Er könnte uns die Katzenmilch verkaufen, meinte aber, daß wir sie im Zooladen billiger bekämen (auch kein Geschäftsmann, aber danke für den Tipp!).

Als wir die Katzenaufzuchtsmilch hatten, ging der Fütterungsstreß erst richtig los: der Hase wollte nicht trinken und er wollte sich auch nicht anfassen lassen. Er fauchte und sprang in der Kiste herum. Wir wußten aber genau, daß er austrocknet und stirbt, wenn er nicht bald trinkt. Jürgen fand einen genialen Trick: er spritzte ihm etwas Katzenaufzuchtsmilch auf die Pfoten - und Fritzi leckte sie ab! Schon halb gewonnen! Nach ein paar Spritzern nahm er auch etwas Katzenaufzuchtsmilch direkt von der Spritze durch die Löcher der Kiste. Am Nachmittag kam meine Mutter, und als absoluter Tierliebhaber schaffte sie es, Fritzi ohne größeren Protest aus seiner Kiste rauszuholen. Und da auf dem Schoß gefüttert werden ja viel schöner ist, klappte das Trinken von da ab ganz gut (eine Fütterung dauerte ca. 45 min.).

fritzi5 Allerdings wollte Fritzi zuvor immer erst unter den Arm kriechen und sich ein bißchen verstecken und kuscheln. Nach dem Trinken massierten wir immer das kleine Hasenbäuchlein, damit die Katzenaufzuchtsmilch auch gut verdaut wird (ist sehr wichtig!). Am Abend wogen wir das Häschen zum 1. Mal: 130 Gramm. Um 21:30 Uhr zeigte uns Fritz, daß er ein nachtaktives Tier ist, er putzte sich, machte im Kisteneck Männchen und wollte aus der Kiste. Also präparierten wir unseren Flur und Fritzi konnte loshoppeln (das sieht sooo niedlich aus, wenn ein Baby-Hase hoppelt!).

Da Jürgen an diesem Tag wohl die Hauptperson für Fritzi war, wich er ihm nicht mehr von den Fersen, er hoppelte ihm nach und wurde nicht müde. Irgendwann waren wir es aber und wollten Fritz wieder in seine Kiste packen. Sobald Jürgen aus seinem Sichtfeld verschwand, hopste Fritz in der Kiste wie ein Wilder. Also haben wir die Hasenkiste mit ins Schlafzimmer genommen, damit er uns sehen und hören konnte, und so konnten wir wenigstens ein bißchen (schlecht) schlafen.

Die Tage danach verliefen einigermaßen problemlos, wir fütterten alle 1-2 Stunden, später dann alle 3-4, die Nächte bewältigten wir in zwei Schichten, da man sich mit einem nachtaktiven Häschen ja beschäftigen muß. Mit einer geliehenen Digitalkamera machten wir die ersten Bilder, denn das Heranwachsen eines kleinen Feldhasen muß ja festgehalten werden!

fritzi6 Am 5. August setzte ich mich mit Fritzi in den Garten in die Sonne. Er begann schon ein bißchen am Löwenzahn und Gras zu mümmeln.

Schnell wurde auch die Einkaufskiste zu klein, so daß Jürgen anfing, einen Riesen-Luxus-Käfig zu bauen. Dieser wurde 0,80 m x 1,70 m x 1,00 m groß und paßte genau in den Flur (ok, den Schuhschrank mußten wir in die Küche stellen). Das Gitter-Oberteil konnte man abnehmen, so daß man Fritz damit auch in den Garten setzen konnte, was wir in der Zukunft noch oft taten.

Am 9. August war Fritz eine Woche bei uns und wog schon stolze 174 Gramm.

fritzi7 Ab 12. August kam ein neues Problem auf uns zu, der Urlaub war zu Ende und nun mußten wir Arbeiten und Hase irgendwie arrangieren. Dank Gleitzeit und netter Kollegen gelang es auch. Jürgen ging gleich früh los, damit er um 15:30 Uhr wieder zur Fütterung zurück sein konnte. Ich begann erst um 9 Uhr, ging von 12 - 13 Uhr nach Hause zum Füttern und arbeitete nachmittags dafür länger. So war Fritzi weiterhin gut versorgt. Die Nächte funktionierten auch etwas arbeitnehmerfreundlicher: es reichte, wenn ich zweimal aufstand und Fritz fütterte, ansonsten kam er alleine klar.


Am 15. August wog Fritz schon 254 Gramm, am 23. August sogar schon 375 Gramm - so ein kleiner Hase wächst ganz schön schnell!

fritzi9 Am 24. August hatte Fritzi ein richtiges Hasen-Alptraum-Erlebnis: er saß bei schönstem Wetter in seinem Gehege im Garten und mümmelte ein bißchen frischen Löwenzahn, als plötzlich eine junge Katze in unserem Garten auftauchte. Diese war natürlich neugierig und ging sofort auf den Hasenkäfig zu. Auch Fritzi packte die Neugier, er kam vor ans Gitter und die beiden beschnuffelten sich. Doch dann roch Fritzi wohl "Achtung, Feind!" und rannte panisch durch den Käfig. Er rannte und rannte, schlug Haken und war durch nichts zu beruhigen. Ich schnappte die Katze und brachte sie ein Stück weg, Jürgen fing den Hasen und brachte ihn ins Haus. Fritz war total fertig. Er verkroch sich ins hinterste Eck hinter den Schreibtisch und wollte stundenlang nichts mehr von uns wissen. Erst gegen abend wurde er langsam wieder etwas zutraulicher.

fritzi9 So langsam mußten wir uns auch Gedanken um die Auswilderung machen. Mit Fritzi auf dem Schoß surfte ich durch's Internet und suchte nach Infos. Dabei lernte ich dann auch Marion kennen, die mir zwar in Bezug auf die Auswilderung nicht direkt weiterhelfen konnte, aber sich im weiteren Verlauf als begeisterte Empfängerin neuester Fritz-Fotos und als große moralische Stütze vor und nach der Auswilderung erwies (DANKE!!!) und jetzt sogar eine Homepage für Fritzi bastelt (noch mehr DANKE!!!).

Am 2. September war Fritz schon einen ganzen Monat bei uns und hatte sich ein stolzes Gewicht von 600 Gramm angefressen. Mittlerweile fraß er ganz beachtliche Mengen an Gras, Klee und Löwenzahn, die wir ihm mehrmals täglich frisch aus dem Garten pflückten. Die Katzenaufzuchtsmilchspritzen gab es zwar immer noch, aber sie wurden langsam reduziert. Daneben gab es ab und zu eine Möhre oder ein Hasen-Leckerli aus dem Zooladen. Wir achteten aber immer darauf, daß er möglichst ähnliche Sachen bekam, wie sie später draußen in der Natur auch zu finden sein würden.

fritzisofa Ab 3. September hatte Fritzi einen neuen Lieblingsplatz - das alte Sofa im Büro. Hier streckte er sich in voller Länge aus und schlief. Oder nuckelte an einem Sofakissen, bis die Fetzen weghingen.

Am 4. September setzten wir Fritz im Regen raus in den Garten. Das beeindruckte ihn überhaupt nicht, er mümmelte vor sich hin und versuchte nicht mal, sich irgendwie vor der Nässe zu schützen. Nach einer Weile holten wir ihn wieder rein und stellten fest, daß er kaum nass war. Test bestanden - Fritzi ist wasserdicht!

Meine Nächte wurden wieder kürzer: der Hase wurde so nachtaktiv, daß wir Angst hatten, ihn alleine im Käfig toben zu lassen. Er machte mittlerweile schon aus dem Stand Sätze von fast einem Meter, so daß er es fast bis auf die Stallumrandung geschafft hätte. Also jagte ich nachts mit ihm durch's Haus (Lieblingsspielplatz: Treppe), kuschelte mit ihm auf's Sofa und kam oft erst gegen Morgen ins Bett. Fritz sagte uns deutlich: "Bis zu meiner Auswilderung darf es nicht mehr sehr lange dauern!"

Am 9. September brachte Fritz 750 Gramm auf die Waage und war auch schon zu einem stattlichen kleinen Feldhasen herangewachsen. Die Ohren waren unverhältnismäßig stark gewachsen und seine Gesichtszüge wurden schon etwas erwachsener. Für die nächsten Tage versprach der Wetterbericht gutes Wetter und so befaßten wir uns langsam mit dem Gedanken an die Auswilderung. Fritz war zwar noch ein bißchen klein, aber wir wollten ihn trotzdem Mitte September auswildern, damit er sich noch in mildem Klima an sein neues Leben gewöhnen könnte, bevor auf der Alb die ersten Frost-Nächte kämen.

fritzi Am Sonntag, den 15. September war es dann soweit: nach einem gemütlichen Tag auf dem Sofa (Gewicht: 875 Gramm) rückte die Stunde der Auswilderung näher. Gegen Abend ging Fritz von selbst in den vorbereiteten Transportkäfig. Wir verluden ihn im Kofferraum und fuhren los. Fritzi war ein bißchen aufgeregt, aber nicht panisch. Schon am Ende der Straße war alles ok und er nagte an seinem Stengel. Auf halber Strecke war der Stengel weg und Fritz begann herumzutoben. Also hielten wir an und pflückten ihm ein letztes Mal einen Strauß Löwenzahn.

Um ca. 19 Uhr kamen wir am Hornberg an. Die letzten Spaziergänger waren gerade auf dem Heimweg. Der Platz, den wir für die Auswilderung ausgesucht haben, liegt oberhalb des Fluggeländes, eingerahmt von Büschen und Bäumen und in der Mitte ist ein Mini-Wäldchen. Das ganze Gebiet ist Naturschutzgebiet.

fritzi3 Wir stellten den Käfig am Rand des Mini-Wäldchens ab und ließen Fritz seine neue Heimat inspizieren. Zuerst schaute er aufgeregt herum, doch schon bald mümmelte er friedlich seine Reste. Gegen 20 Uhr ging die Sonne unter und Fritzi wurde langsam aktiv. Irgendwann machte ich schweren Herzens das Käfigtürchen auf und Fritz kam raus. Er blieb noch kurz neben mir sitzen und knabberte ein paar Grashalme, dann begann er loszuhoppeln und ganz gemütlich die neue Umgebung zu erkunden. Er schnuffelte an Gräsern und Kräutern, seine Ohren neugierig aufgestellt. Eine Weile gingen wir noch mit ihm mit, dann blieben wir stehen. Kurz konnten wir ihn noch sehen, dann verschwand er im Dickicht und in der Dunkelheit. Und wir, wir standen da und weinten.

dunkel Aber wir haben es geschafft: wir haben ein Feldhasen-Kind aufgezogen und es wieder in die Freiheit entlassen!

FRITZI, MACH'S GUT UND HALT DIE OHREN STEIF!!!

Da wir gerne wissen wollten, wo Fritz lebt und ob es ihm gut geht, sind wir noch ein paarmal in der Auswilderungsgegend spazierengegangen, im Morgengrauen und in der Abenddämmerung. Aber leider hatten wir nicht das Glück, ihn nochmals zu sehen. Hasen können sich einfach zu gut verstecken!

Nachwort

fritzi9 Abschließend möchten wir noch was ganz Wichtiges sagen: So einen kleinen Hasen aufzuziehen ist ein tolles Erlebnis, aber auch eine Riesen-Verantwortung! Und so ein kleiner Hase ist kein Spielzeug, sondern ein Wildtier, das man so schnell wie möglich zurück in die Freiheit entlassen muß! Und es erfordert ein paar Wochen totalen Verzicht auf Freizeitaktivitäten, wenn der kleine Hase überleben soll.

Noch ein Wort zum Finden eines verwaisten Hasen: Nicht jeder kleine Feldhase, den man irgendwo alleine auf einer Wiese findet, ist auch wirklich verwaist. Es ist von Natur aus so, daß die Hasenmutter ihre Kleinen etwas verstreut, um sie so besser vor Feinden zu schützen. Und es ist auch richtig, daß die Kleinen alleine sind: die Hasenmutter kommt nur einmal pro Tag in der Dunkelheit, um die Kleinen zu säugen. Also bitte nicht jeden kleinen Hasen einsammeln und mit nach Hause nehmen! In der Natur aufzuwachsen gefällt ihm auf jeden Fall besser als die beste Handaufzucht!


Tipps zur Aufzucht von Feldhasen:
  • Keine Kuhmilch o. ä. füttern, nur Katzenaufzuchtsmilch (gibt es im Zooladen oder beim Tierarzt, z. B. Gimpet von Gimborn, Cimilac etc.). Feldhasen können die Lactose der Kuhmilch nicht verdauen und sterben daran.
  • Gefüttert wird am besten mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel), über deren Spitze ein Stück Fahrradventilschlauch gezogen wird. Wenn der Hase etwas grö&szslig;er ist, eignen sich auch kleine Nuckelflaschen für Tierbabies.
  • Die Katzenaufzuchtsmilch soll im Verhältnis 1 (Pulver) : 2 (Wasser) angerührt werden, nicht wie auf der Dose angegeben 1:3 oder ähnliches. Grund: Die Knochen des Hasen werden sonst evtl. porös und wenn er dann in freier Wildbahn richtig rennt und springt, dann kann es sein, daß er sich leicht die Knochen bricht.
  • Beim Füttern aufpassen, daß keine Milch in die Nase / Hasenscharte läuft, das kann zu Lungenentzündung und zum Tod führen.
  • Nach der Fütterung vorsichtig das Bäuchlein massieren, hierbei immer zum Darmausgang hin streicheln. Das ist sehr wichtig für die Verdauung.
  • Hasen dürfen keine Vitamine bekommen (z. B. Spritzen vom Tierarzt), sie vertragen sie nicht und können daran sterben.
  • Den Hasen nicht unter Rotlicht setzen, er kann austrocknen. Lieber aus einem alten Wollpulli ein Nestchen bauen, er verkriecht sich auch gerne darunter. Wenn der Hase noch sehr klein ist, kann auch eine Wärmflasche im Käfig unter einem Handtuch nützlich sein.
  • Nach ca. 1 Woche kann dem Hasen ein kleines bißchen Grünfutter angeboten werden, am besten etwas Gras und sehr kleine Löwenzahnblätter. Klee mögen Hasen auch sehr gerne, aber da Klee bläht, nur sehr wenig davon geben. Mit der Grünfütterung ganz langsam anfangen, damit sich die Verdauung des Hasen daran gewöhnen kann.
  • In der ersten Zeit sollte die Milch ca. alle 4 Stunden gefüttert werden, nach und nach können dann die Abstände vergrö&szlllig;ert werden, wenn der Hase mehr Milch pro Mahlzeit trinkt und nebenbei noch Grünfutter frißt. Die Milch sollte aber fast die ganze Zeit über gegeben werden, bis der Hase ca. 1 kg wiegt. Ohne Milch wachsen die Hasen deutlich langsamer. Wenn es auf die Auswilderung zugeht, sollte der Hase ganz von der Milch abgewöhnt werden.



Ausgewildert werden kann ein Hase ab einem Gewicht von ca. 1 kg. Weitere Infos siehe "Tipps zur Auswilderung von Feldhasen".

  • Auslauf ist auf jeden Fall sehr wichtig, damit sich die Muskeln des Hasen richtig bilden und entwickeln können, sonst hat er später in der Natur deutlich schlechtere Chancen, wenn er nicht trainiert ist. Man sollte den Hasen jedoch immer beaufsichtigen, wenn er außerhalb des Käfigs ist, denn in einer Wohnung lauern viele Gefahren (z. B. Stromkabel etc.).
  • Falls manchmal keine oder nur sehr wenige Hasenköddel gefunden werden, so ist das ganz normal. Hasen fressen ihren Kot manchmal auf, weil darin noch verwertbare Nährstoffe enthalten sind.



Tipps für die Auswilderung von Feldhasen:
  • Der Hase sollte bei der Auswilderung mindestens 1 kg wiegen.
  • Bis zur Auswilderung sollte der Hase total auf Grünfutter umgestellt sein und keine Aufzuchtsmilch mehr bekommen. Dadurch wird auch die Bindung zum Menschen geringer und das Auswildern fällt leichter.
  • Der Auswilderungsplatz sollte weit weg von viel befahrenen Straßen liegen, mindestens 1 km, besser sogar 2 oder 3 km. Wenn möglich irgendwo, wo es schon Hasen gibt. Und wo es schöne Felder und Wiesen gibt und ein paar Hecken und Büsche als Versteckmöglichkeit.
  • Man sollte das Wetter beobachten und nur auswildern, wenn für die nächste Zeit trockenes Wetter vorausgesagt ist. Nässe vertragen selbst ausgewachsene Hasen nicht sehr gut und man will dem Häschen ja gute Startchancen mitgeben.
  • Die Auswilderung sollte abends erfolgen, wenn es zu dämmern beginnt, denn Hasen sind ja nachtaktiv und können nachts besser sehen als am Tag. Außerdem sind dann die Spaziergänger mit den freilaufenden Hunden auch schon zuhause ...

  • Über den Ablauf der Auswilderung selber braucht man sich keine Gedanken zu machen, man macht die Käfigtür auf, der Hase hoppelt raus, schnüffelt vielleicht nochmal kurz und rennt dann einfach davon. Seine Instinkte sind so gut ausgeprägt, daß er sich sofort zurechtfindet.