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Marion erzählt: So fing es an:
Eines Tages im Sommer erhielt ich eine sehr nette Mail von Birgit. Sie wollte wissen, ob ich Tipps für die Auswilderung von Feldhasen hätte. Die hatte ich leider nicht und die guten Links die ich im Angebot hatte, kannte sie auch schon.
Obwohl ich Birgit gar nicht helfen konnte, entwickelte sich ein netter Briefwechsel und Birgit schickte mir viele schöne Fotos und erzählte mir die Geschichte von Fritzi, ihrem Findel-Hasenkind.
Hier hat jetzt Fritzis und Birgits Geschichte einen kleinen Platz gefunden, damit auch andere ihre Geschichte kennenlernen können und hoffentlich in einer ähnlichen Situation Hilfe finden.
Viel Spass wünscht Euch Marion.
Birgit erzählt: Fritzis Geschichte
Bevor ich die Geschichte von unserem Feldhasen-Kind Fritz erzähle, sei gleich
einmal gesagt, daß dies kein Ratgeber für die Handaufzucht von Feldhasen sein
soll. Ich möchte lediglich von unseren Erfahrungen berichten, die aber bestimmt
nicht für alle Hasen gelten. Für Infos und Tipps von erfahreneren Leuten schaut
bitte bei den nebenstehenden Links.
Der 2. August 2002 begann eigentlich wie ein ganz normaler Urlaubstag. Wir
fuhren zum Segelfluggelände Hornberg und machten beide einen kurzen Segelflug
(mehr gab die Thermik leider nicht her). Irgendwann im Laufe des Tages kam unser
Freund Claus und erzählte, daß er neben der Startbahn 3 tote kleine Häschen
gesehen hätte, die man wegräumen sollte. Wir versprachen zu helfen, vergaßen es
aber wieder.
Am Abend, mein Mann Jürgen war schon gegangen, erinnerte mich Claus
nochmals an die Häschen. Wir gingen los, um sie zu suchen, was im Gras gar nicht
so einfach war. Irgendwann entdeckten wir sie. Als ich mich runterbückte, sah
ich, daß eins der Häschen noch lebte. Nun war guter Rat teuer: Was macht man mit
einem Baby-Feldhasen? Kommt er alleine klar? Kommt die Hasenmutter wieder? Wie
könnte man ihn zuhause halten?
Schnell waren ein paar Leute zusammengekommen,
aber deren Ideen waren für den kleinen Hasen ziemlich unbrauchbar: "Laßt ihn
sitzen, der geht eh ein!" "Laßt ihn hocken, den holt sich mein Kater heute
nacht!" Ein alter Fluglehrer wußte noch, daß die Frau des ehemaligen
Schulleiters in den 60er-/70er-Jahren einige Häschen und auch ein Rehkitz mit
der Flasche großgezogen und dann wieder ausgewildert hatte.
Für Claus und mich
war klar: der kleine Hase kann hier nicht alleine sitzen bleiben! Nachdem die
beiden Geschwister schon gestorben waren (vermutlich zertreten oder vom Flieger
zerrollt), muß dieser gerettet werden. Und weil Claus als Gastfluglehrer am
Hornberg war und keine Zeit für einen Hasen hatte, haben wir nach einem
Telefonat mit Jürgen den kleinen Hasen in einen Karton verpackt für die Reise zu
uns nach Hause.
Noch in der Flugschule versuchten wir die erste Fütterung mit
einer Spritze und einem Ventilschlauch: warme Milch. Zum Glück hat sie der Hase
nicht getrunken, denn wir wußten ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß Hasen
keine Lactose verdauen können und qualvoll sterben. So begannen wir die Reise
also hungrig, aber vor der Abfahrt fragte ich Claus noch, wie der Hase denn
heißen soll, schließlich hatte er ihn ja gefunden. Ein kurzer Blick in den
Karton: "Fritz" - alles klar!
Dann erlebte Fritz wohl seine abenteuerlichste
Reise - eine Fahrt in einem Smart Diesel! Als wir um 20:30 Uhr zuhause ankamen,
standen wir gleich vor vielen Problemen. Jürgen hatte über's Internet einige
wertvolle Infos über die Handaufzucht von Feldhasen (Danke Kerstin und Frötzel!)
herausbekommen. Wir telefonierten ohne Ende, aber leider kriegten wir am
Freitagabend nirgends mehr Katzenaufzuchtsmilch her. Die Tiernotrufzentrale, die
bei uns im Telefonbuch steht und auf die ich voll gesetzt hatte, meldete sich
mit "kein Anschluß unter dieser Nummer" - danke für's Gespräch! Um 22 Uhr gaben
wir auf. Da wir absolut keine Erfahrung mit kleinen Hasen hatten, packten wir
ihn mit etwas Gras auf ein Handtuch in eine Einkaufskiste, stellten ihm gegen
unser schlechtes Gewissen ein Schälchen Wasser und ein Stück Zucchini hinein,
und ließen ihn über Nacht in der Waschküche.
Am anderen Morgen gleich nach dem Aufwachen runter in den Keller - Fritz lebt
noch! Also rief ich gleich beim Tierarzt-Notdienst an, um nach der
Katzenaufzuchtsmilch zu fragen. Der Tierarzt machte mir keine Hoffnungen, daß
wir den Hasen durchkriegen ("meistens trinken sie 3 Tage und gehen dann ein").
Er könnte uns die Katzenmilch verkaufen, meinte aber, daß wir sie im Zooladen
billiger bekämen (auch kein Geschäftsmann, aber danke für den Tipp!).
Als wir
die Katzenaufzuchtsmilch hatten, ging der Fütterungsstreß erst richtig los: der Hase wollte
nicht trinken und er wollte sich auch nicht anfassen lassen. Er fauchte und
sprang in der Kiste herum. Wir wußten aber genau, daß er austrocknet und stirbt,
wenn er nicht bald trinkt. Jürgen fand einen genialen Trick: er spritzte ihm
etwas Katzenaufzuchtsmilch auf die Pfoten - und Fritzi leckte sie ab! Schon halb gewonnen! Nach
ein paar Spritzern nahm er auch etwas Katzenaufzuchtsmilch direkt von der Spritze durch die
Löcher der Kiste. Am Nachmittag kam meine Mutter, und als absoluter
Tierliebhaber schaffte sie es, Fritzi ohne größeren Protest aus seiner Kiste
rauszuholen. Und da auf dem Schoß gefüttert werden ja viel schöner ist, klappte
das Trinken von da ab ganz gut (eine Fütterung dauerte ca. 45 min.).
Allerdings
wollte Fritzi zuvor immer erst unter den Arm kriechen und sich ein bißchen
verstecken und kuscheln. Nach dem Trinken massierten wir immer das kleine
Hasenbäuchlein, damit die Katzenaufzuchtsmilch auch gut verdaut wird (ist sehr wichtig!). Am
Abend wogen wir das Häschen zum 1. Mal: 130 Gramm. Um 21:30 Uhr zeigte uns
Fritz, daß er ein nachtaktives Tier ist, er putzte sich, machte im Kisteneck
Männchen und wollte aus der Kiste. Also präparierten wir unseren Flur und Fritzi
konnte loshoppeln (das sieht sooo niedlich aus, wenn ein Baby-Hase hoppelt!).
Da
Jürgen an diesem Tag wohl die Hauptperson für Fritzi war, wich er ihm nicht mehr
von den Fersen, er hoppelte ihm nach und wurde nicht müde. Irgendwann waren wir
es aber und wollten Fritz wieder in seine Kiste packen. Sobald Jürgen aus seinem
Sichtfeld verschwand, hopste Fritz in der Kiste wie ein Wilder. Also haben wir
die Hasenkiste mit ins Schlafzimmer genommen, damit er uns sehen und hören
konnte, und so konnten wir wenigstens ein bißchen (schlecht) schlafen.
Die Tage danach verliefen einigermaßen problemlos, wir fütterten alle 1-2
Stunden, später dann alle 3-4, die Nächte bewältigten wir in zwei Schichten, da
man sich mit einem nachtaktiven Häschen ja beschäftigen muß. Mit einer
geliehenen Digitalkamera machten wir die ersten Bilder, denn das Heranwachsen
eines kleinen Feldhasen muß ja festgehalten werden!
Am 5. August setzte ich mich mit Fritzi in den Garten in die Sonne. Er begann
schon ein bißchen am Löwenzahn und Gras zu mümmeln.
Schnell wurde auch die Einkaufskiste zu klein, so daß Jürgen anfing, einen
Riesen-Luxus-Käfig zu bauen. Dieser wurde 0,80 m x 1,70 m x 1,00 m groß und
paßte genau in den Flur (ok, den Schuhschrank mußten wir in die Küche stellen).
Das Gitter-Oberteil konnte man abnehmen, so daß man Fritz damit auch in den
Garten setzen konnte, was wir in der Zukunft noch oft taten.
Am 9. August war Fritz eine Woche bei uns und wog schon stolze 174 Gramm.
Ab 12. August kam ein neues Problem auf uns zu, der Urlaub war zu Ende und nun
mußten wir Arbeiten und Hase irgendwie arrangieren. Dank Gleitzeit und netter
Kollegen gelang es auch. Jürgen ging gleich früh los, damit er um 15:30 Uhr
wieder zur Fütterung zurück sein konnte. Ich begann erst um 9 Uhr, ging von 12 -
13 Uhr nach Hause zum Füttern und arbeitete nachmittags dafür länger. So war
Fritzi weiterhin gut versorgt. Die Nächte funktionierten auch etwas
arbeitnehmerfreundlicher: es reichte, wenn ich zweimal aufstand und Fritz
fütterte, ansonsten kam er alleine klar.
Am 15. August wog Fritz schon 254 Gramm, am 23. August sogar schon 375 Gramm -
so ein kleiner Hase wächst ganz schön schnell!
Am 24. August hatte Fritzi ein richtiges Hasen-Alptraum-Erlebnis: er saß bei
schönstem Wetter in seinem Gehege im Garten und mümmelte ein bißchen frischen
Löwenzahn, als plötzlich eine junge Katze in unserem Garten auftauchte. Diese
war natürlich neugierig und ging sofort auf den Hasenkäfig zu. Auch Fritzi
packte die Neugier, er kam vor ans Gitter und die beiden beschnuffelten sich.
Doch dann roch Fritzi wohl "Achtung, Feind!" und rannte panisch durch den Käfig.
Er rannte und rannte, schlug Haken und war durch nichts zu beruhigen. Ich
schnappte die Katze und brachte sie ein Stück weg, Jürgen fing den Hasen und
brachte ihn ins Haus. Fritz war total fertig. Er verkroch sich ins hinterste Eck
hinter den Schreibtisch und wollte stundenlang nichts mehr von uns wissen. Erst
gegen abend wurde er langsam wieder etwas zutraulicher.
So langsam mußten wir uns auch Gedanken um die Auswilderung machen. Mit Fritzi
auf dem Schoß surfte ich durch's Internet und suchte nach Infos. Dabei lernte
ich dann auch Marion kennen, die mir zwar in Bezug auf die Auswilderung nicht
direkt weiterhelfen konnte, aber sich im weiteren Verlauf als begeisterte
Empfängerin neuester Fritz-Fotos und als große moralische Stütze vor und nach
der Auswilderung erwies (DANKE!!!) und jetzt sogar eine Homepage für Fritzi
bastelt (noch mehr DANKE!!!).
Am 2. September war Fritz schon einen ganzen Monat bei uns und hatte sich ein
stolzes Gewicht von 600 Gramm angefressen. Mittlerweile fraß er ganz beachtliche
Mengen an Gras, Klee und Löwenzahn, die wir ihm mehrmals täglich frisch aus dem
Garten pflückten. Die Katzenaufzuchtsmilchspritzen gab es zwar immer noch, aber sie wurden
langsam reduziert. Daneben gab es ab und zu eine Möhre oder ein Hasen-Leckerli
aus dem Zooladen. Wir achteten aber immer darauf, daß er möglichst ähnliche
Sachen bekam, wie sie später draußen in der Natur auch zu finden sein würden.
Ab 3. September hatte Fritzi einen neuen Lieblingsplatz - das alte Sofa im Büro.
Hier streckte er sich in voller Länge aus und schlief. Oder nuckelte an einem
Sofakissen, bis die Fetzen weghingen.
Am 4. September setzten wir Fritz im Regen raus in den Garten. Das beeindruckte
ihn überhaupt nicht, er mümmelte vor sich hin und versuchte nicht mal, sich
irgendwie vor der Nässe zu schützen. Nach einer Weile holten wir ihn wieder rein
und stellten fest, daß er kaum nass war. Test bestanden - Fritzi ist
wasserdicht!
Meine Nächte wurden wieder kürzer: der Hase wurde so nachtaktiv, daß wir Angst
hatten, ihn alleine im Käfig toben zu lassen. Er machte mittlerweile schon aus
dem Stand Sätze von fast einem Meter, so daß er es fast bis auf die
Stallumrandung geschafft hätte. Also jagte ich nachts mit ihm durch's Haus
(Lieblingsspielplatz: Treppe), kuschelte mit ihm auf's Sofa und kam oft erst
gegen Morgen ins Bett. Fritz sagte uns deutlich: "Bis zu meiner Auswilderung
darf es nicht mehr sehr lange dauern!"
Am 9. September brachte Fritz 750 Gramm auf die Waage und war auch schon zu
einem stattlichen kleinen Feldhasen herangewachsen. Die Ohren waren
unverhältnismäßig stark gewachsen und seine Gesichtszüge wurden schon etwas
erwachsener. Für die nächsten Tage versprach der Wetterbericht gutes Wetter und
so befaßten wir uns langsam mit dem Gedanken an die Auswilderung. Fritz war zwar
noch ein bißchen klein, aber wir wollten ihn trotzdem Mitte September
auswildern, damit er sich noch in mildem Klima an sein neues Leben gewöhnen
könnte, bevor auf der Alb die ersten Frost-Nächte kämen.
Am Sonntag, den 15. September war es dann soweit: nach einem gemütlichen Tag auf
dem Sofa (Gewicht: 875 Gramm) rückte die Stunde der Auswilderung näher. Gegen
Abend ging Fritz von selbst in den vorbereiteten Transportkäfig. Wir verluden
ihn im Kofferraum und fuhren los. Fritzi war ein bißchen aufgeregt, aber nicht
panisch. Schon am Ende der Straße war alles ok und er nagte an seinem Stengel.
Auf halber Strecke war der Stengel weg und Fritz begann herumzutoben. Also
hielten wir an und pflückten ihm ein letztes Mal einen Strauß Löwenzahn.
Um ca.
19 Uhr kamen wir am Hornberg an. Die letzten Spaziergänger waren gerade auf dem
Heimweg. Der Platz, den wir für die Auswilderung ausgesucht haben, liegt
oberhalb des Fluggeländes, eingerahmt von Büschen und Bäumen und in der Mitte
ist ein Mini-Wäldchen. Das ganze Gebiet ist Naturschutzgebiet.
Wir stellten den
Käfig am Rand des Mini-Wäldchens ab und ließen Fritz seine neue Heimat
inspizieren. Zuerst schaute er aufgeregt herum, doch schon bald mümmelte er
friedlich seine Reste. Gegen 20 Uhr ging die Sonne unter und Fritzi wurde
langsam aktiv. Irgendwann machte ich schweren Herzens das Käfigtürchen auf und
Fritz kam raus. Er blieb noch kurz neben mir sitzen und knabberte ein paar
Grashalme, dann begann er loszuhoppeln und ganz gemütlich die neue Umgebung zu
erkunden. Er schnuffelte an Gräsern und Kräutern, seine Ohren neugierig
aufgestellt. Eine Weile gingen wir noch mit ihm mit, dann blieben wir stehen.
Kurz konnten wir ihn noch sehen, dann verschwand er im Dickicht und in der
Dunkelheit. Und wir, wir standen da und weinten.
Aber wir haben es geschafft: wir haben ein Feldhasen-Kind aufgezogen und es
wieder in die Freiheit entlassen!
FRITZI, MACH'S GUT UND HALT DIE OHREN STEIF!!!
Da wir gerne wissen wollten, wo Fritz lebt und ob es ihm gut geht, sind wir noch
ein paarmal in der Auswilderungsgegend spazierengegangen, im Morgengrauen und in
der Abenddämmerung. Aber leider hatten wir nicht das Glück, ihn nochmals zu
sehen. Hasen können sich einfach zu gut verstecken!
Nachwort
Abschließend möchten wir noch was ganz Wichtiges sagen: So einen kleinen Hasen
aufzuziehen ist ein tolles Erlebnis, aber auch eine Riesen-Verantwortung! Und so
ein kleiner Hase ist kein Spielzeug, sondern ein Wildtier, das man so schnell
wie möglich zurück in die Freiheit entlassen muß! Und es erfordert ein paar
Wochen totalen Verzicht auf Freizeitaktivitäten, wenn der kleine Hase überleben
soll.
Noch ein Wort zum Finden eines verwaisten Hasen: Nicht jeder kleine Feldhase,
den man irgendwo alleine auf einer Wiese findet, ist auch wirklich verwaist. Es
ist von Natur aus so, daß die Hasenmutter ihre Kleinen etwas verstreut, um sie
so besser vor Feinden zu schützen. Und es ist auch richtig, daß die Kleinen
alleine sind: die Hasenmutter kommt nur einmal pro Tag in der Dunkelheit, um die
Kleinen zu säugen. Also bitte nicht jeden kleinen Hasen einsammeln und mit nach
Hause nehmen! In der Natur aufzuwachsen gefällt ihm auf jeden Fall besser als
die beste Handaufzucht!
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Tipps zur Aufzucht von Feldhasen:
- Keine Kuhmilch o. ä. füttern, nur Katzenaufzuchtsmilch (gibt es im Zooladen oder beim Tierarzt, z. B. Gimpet von Gimborn, Cimilac etc.). Feldhasen können die Lactose der Kuhmilch nicht verdauen und sterben daran.
- Gefüttert wird am besten mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel), über deren Spitze ein Stück Fahrradventilschlauch gezogen wird. Wenn der Hase etwas grö&szslig;er ist, eignen sich
auch kleine Nuckelflaschen für Tierbabies.
- Die Katzenaufzuchtsmilch soll im Verhältnis 1 (Pulver) : 2 (Wasser) angerührt werden, nicht wie auf der Dose angegeben 1:3 oder ähnliches. Grund: Die Knochen des Hasen werden sonst evtl. porös und wenn er dann in freier Wildbahn richtig rennt und springt, dann kann es sein, daß er sich leicht die Knochen bricht.
- Beim Füttern aufpassen, daß keine Milch in die Nase / Hasenscharte läuft, das kann zu Lungenentzündung und zum Tod führen.
- Nach der Fütterung vorsichtig das Bäuchlein massieren, hierbei immer zum Darmausgang hin streicheln. Das ist sehr wichtig für die Verdauung.
- Hasen dürfen keine Vitamine bekommen (z. B. Spritzen vom Tierarzt), sie vertragen sie nicht und können daran sterben.
- Den Hasen nicht unter Rotlicht setzen, er kann austrocknen. Lieber aus einem alten Wollpulli ein Nestchen bauen, er verkriecht sich auch gerne darunter. Wenn der Hase noch sehr klein ist, kann auch eine Wärmflasche im Käfig unter einem Handtuch nützlich sein.
- Nach ca. 1 Woche kann dem Hasen ein kleines bißchen Grünfutter angeboten werden, am besten etwas Gras und sehr kleine Löwenzahnblätter. Klee mögen Hasen auch sehr gerne, aber da
Klee bläht, nur sehr wenig davon geben. Mit der Grünfütterung ganz langsam anfangen, damit sich die Verdauung des Hasen daran gewöhnen kann.
- In der ersten Zeit sollte die Milch ca. alle 4 Stunden gefüttert werden, nach und nach können dann die Abstände vergrö&szlllig;ert werden, wenn der Hase mehr Milch pro Mahlzeit trinkt
und nebenbei noch Grünfutter frißt. Die Milch sollte aber fast die ganze Zeit über gegeben
werden, bis der Hase ca. 1 kg wiegt. Ohne Milch wachsen die Hasen deutlich langsamer. Wenn
es auf die Auswilderung zugeht, sollte der Hase ganz von der Milch abgewöhnt werden.
Ausgewildert werden kann ein Hase ab einem Gewicht von ca. 1 kg. Weitere Infos siehe
"Tipps zur Auswilderung von Feldhasen".
- Auslauf ist auf jeden Fall sehr wichtig, damit sich die Muskeln des Hasen richtig bilden und entwickeln können, sonst hat er später in der Natur deutlich schlechtere Chancen,
wenn er nicht trainiert ist. Man sollte den Hasen jedoch immer beaufsichtigen, wenn er
außerhalb des Käfigs ist, denn in einer Wohnung lauern viele Gefahren (z. B. Stromkabel
etc.).
- Falls manchmal keine oder nur sehr wenige Hasenköddel gefunden werden, so ist das ganz
normal. Hasen fressen ihren Kot manchmal auf, weil darin noch verwertbare Nährstoffe
enthalten
sind.
Tipps für die Auswilderung von Feldhasen:
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Der Hase sollte bei der Auswilderung mindestens 1 kg wiegen.
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Bis zur Auswilderung sollte der Hase total auf Grünfutter umgestellt sein und keine Aufzuchtsmilch mehr bekommen. Dadurch wird auch die Bindung zum Menschen geringer und das Auswildern fällt leichter.
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Der Auswilderungsplatz sollte weit weg von viel befahrenen Straßen liegen, mindestens 1 km,
besser sogar 2 oder 3 km. Wenn möglich irgendwo, wo es schon Hasen gibt. Und wo es schöne Felder
und Wiesen gibt und ein paar Hecken und Büsche als Versteckmöglichkeit.
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Man sollte das Wetter beobachten und nur auswildern, wenn für die nächste Zeit trockenes Wetter
vorausgesagt ist. Nässe vertragen selbst ausgewachsene Hasen nicht sehr gut und man will dem
Häschen ja gute Startchancen mitgeben.
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Die Auswilderung sollte abends erfolgen, wenn es zu dämmern beginnt, denn Hasen sind ja nachtaktiv
und können nachts besser sehen als am Tag. Außerdem sind dann die Spaziergänger mit den
freilaufenden Hunden auch schon zuhause ...
Über den Ablauf der Auswilderung selber braucht man sich keine Gedanken zu machen, man macht die Käfigtür auf, der Hase hoppelt raus, schnüffelt vielleicht nochmal kurz und rennt dann einfach davon. Seine Instinkte sind so gut ausgeprägt, daß er sich sofort zurechtfindet.
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